Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2572068-2572075-2572076--0670-2572816- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Hoffma nn 16 zu allen Zeiten ein regelmäßiger Cultus gepflogen: Dort brannte vor Gott das ewige Licht (1. Sam. 3, 3); dort stand beständig ein Tisch mit heiligen Schaubroten (1. Sam. 21, 7), und dort wurde auch das tägliche Brandopfer dargebracht (2. Kön. 16,15). — Mit der Voraussetzung eines solchen Hauptheiligthums sind alle Gesetze des?0 verständlich. Erst das Deut, verbietet alle andern Heiligthümer. Lev. 17, welches dasselbe vorschreibt, zeigt eben durch die Strenge, womit auch jede Schlachtung verboten ist, daß es auf keine dauernde Geltung Anspruch erhebt, und schon nach der Eroberung des Ostjordanlandes und vielleicht schon während der unsteten Wanderungen that ein Jeder, was er wollte (Deut. 12, 8, man beachte das Wörtchen ns und vgl. den Commentar des Jbn Esra). Josua C. 22, welches gegen einen Cultus außerhalb des silonensischen Heiligthums polemisch auftritt, steht daher auf deuteronomischem Boden und betrachtet wie Jeremia (7, 12) den silonensischen Teinpel als mit dein spätern jerusalemischen gleichberechtigt. Aber auch das Deut, muß unter dem מקום אשר יבחר zunächst an Schilo gedacht haben. Es gilt zwar bei den Kritikern als Ketzerei daran zu zweifeln, daß das Deut, zur Zeit des Josia entstanden; allein mir ist es unmöglich, bei Deut. 12, 8—20 nicht zunächst an Schilo zu denken, den auch Jeremia als den zuerst auserwählten Ort bezeichnet und der auch iir Jos. 9, 27 unter dem מקום אשר יבחר begriffen ist. Unter dem Ausdruck לשום את ש מ ו שם oder לשכן את ש מ ו שם, welcher ״dein auserwählten Orte" gewöhnlich beigefügt wird, ist sehr wahrscheinlich das Wohnen der Bundeslade an dem heiligen Orte zu verstehen. Die Bundeslade heißt 2. Sam. 6, 2: ״die Lade Gottes, auf welcher der Name des Ewigen Zebaot, der bei den Cherubim thront, genannt wird. Mit der Bundeslade hat Gott seinen Namen an den Ort hingesetzt, und insofern hat Gott seinen Namen zuallererst in Schilo wohnen lassen (Jer. 7, 12). Somit hat auch uach dem Deut, schon vor der Erbauung des salomonischen Tempels die Cultuseinheit zu Recht bestanden und muß angenommen werden, daß diese nur durch die Verwerfung Schilo's bis zur Erbauung des Tempels zu Jerusalem eine