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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 15

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 15 (sequence 18)
Language
German
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Die neueste Hypothese über den Priestercodex. 15 und stärkern Volkslebens mitten in der Vielheit stets eine strengere Einheit des Religionslebens des Volkes durch ein größeres Heiligthum herzustellen strebte" (Ewald, Alterthümer^ S. 146). Sehen wir auch vom Pentateuch und Josua ab, so ist es anderweilig sicher, daß der Tempel zu Schilo im Gebiete von Ephraim als ein solches Hauptheiligthum galt. Nach den Ausdrücken, die Jeremia und der Vers, des 78. Psalms davon gebrauchen, betrachteten sie ihn als das seiner Zeit einzig berechtigte Heiligthum (vgl. Jer. 7, 12, Ps. 78, 60); aber auch die prophetischen Geschichtsbücher (oder wenigstens die letzte Redaction derselben) huldigen dieser Ansicht durch direkte Aussprüche in Richter 18,31 und 1. Sam. 2, 28, indirect dadurch, daß so lange die Bundeslade in Schilo sich befindet (int ganzen Richterbuche u. 1. Sam. bis o. 9) der Bamah (במה) keine Erwähnung geschieht und ein Opfer außerhalb Schilo's nur da als erlaubt erscheint, wo durch eine Theophanie oder durch Anwesenheit der Bundeslade der Ort geheiligt wird. Nach der Gefangennahme der Bundeslade wurde sie nicht wieder nach Schilo gebracht, entweder aus religiösen Gründen, weil man die Katastrophe als eine göttliche Verwerfung des silonensischeir Heiligthums ansah (Ps. 78, 60) oder aus politischen Rücksichten, weil man gegen den Stamm Ephraim, der während der Richterzeit eine gewisse Hegemonie in Israel behauptet zu haben schien (Richter 8,1; 1,12), eifersüchtig war. Die Bundeslade ward nicht mehr der Centralpunkt des Gottesdienstes. Es erheben sich allenthalben Bamah's, die wahrscheinlich auch wie die spätem Synagogen als Bethäuser dienten.*) Als Hauptheiligthum diente eine ״große Bamah", wie sie erst zu Nob und dann zu Gibeon, beide im Stamme Benjamin, existirt hatte (1. Sam. 21, 7; 1. Kön. 3, 4). Nach der Erbauung des salomonischen Tempels war dieser ohne Zweifel allgemein als Hauptheiligthum anerkannt, welches erst nach der Theilung des Reiches von den Nordisraeliten mit den Tempeln zu Bethel und Dan vertauscht wurde. Nur in den! Hauptheiligthume ward *) Vgl. die Begründung in meiner Abhandlung ״Ueber die Shnagogemm Alterthum״, Literaturblatt der ״jüdischen Presse1878 ״ S. 81.

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