Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Hoffmann große Stein, auf dem das Volk geschlachtet, keineswegs vom Berichterstatter für einen Altar gehalten, sondern nachdem das Volk bereits das Vieh geschlachtet, baute Saul, wahrscheinlich zum Andenken an den errungenen Sieg (vgl. Exod. 17, 15) daselbst einen Altar. Es wäre auch kurios, wenn der Berichterstatter von dem Steine, den das Volk zu Saul hin gewälzt (V. 33) behaupten wollte: dies sei der erste Altar, den Saul gebaut!! Die Stelle beweist nun wieder das Gegentheil von dem, was sie beweisen sollte. Saul ist nur darob entrüstet, daß das Volk zur Erde geschlachtet und mit dem Blute oder über dem Blute gegessen, und bestehlt, daß Alle neben ihm auf einem großen Steine schlachten. Daß auf einem Altar geschlachtet und das Blut Gott geopfert werde, fordert er nicht, ebenso wenig wie er es später zu En - Dor gefordert. Das in Deut. 12, 20 f. angedeutete Verbot, Thiere zu schlachten, ohne sie als Opfer darzubringen, hat sonach nur in Lev. 17 seinen Ursprung. Dort wird ausdrücklich unter Todesstrafe verboten, Ochsen oder Schafe zu schlachten, wenn sie nicht als Opfer in der Stiftshütte dargebracht werden (Lev. 17, 3—4). Wird nun angenommen, daß Deut. 12, 20 ff. beabsichtige, dieses Gesetz aufzuheben, so muß selbstverständlich die Priorität dieses Gesetzes vor dem Deuteronomium zugestanden werden. Würde man auch diese Annahme zurückweisen und nur die Zugehörigkeit von Lev. 17 zu Q, die unter Anderem schon durch das viermalige פתח אהל מועד (VV. 4, 5, 6, 9) hinreichend verbürgt ist, nicht in Abrede stellen, so müßte man wenigstens zugestehen, daß (j, obwohl geschichtlich für die Zeit des Wüstenzuges die Einheit des Heiligthums voraussetzend, dennoch für die Zeit der Ansiedelung in Palästina diese nicht gesetzlich gefordert haben kann, da ja das Schlachten ohne zu opfern verboten wird und man unmöglich jedesmal zum Nationalheiligthum wandern konnte, so oft man Fleisch genießen wollte. W. aber erklärt das Deut, älter als Lev. 17 urid behauptet, Q setze an und für sich die Einheit des Heiligthums für alle Zeiten voraus und erlaube das Schlachten zum Fleischgenusse, ohne zu opfern. Mit unerhörter Willkür wird dann Alles, was sich in Lev. 17 vom Stile des