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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 8

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 8 (sequence 11)
Language
German
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8 Hoffmann riode lasse selbst die letzte (deuteronomische) Bearbeitung der historischen Bücher die Vielheit der Altäre und der heiligen Orte unbeanstandet. Der Tempel Salomo's ist zwar nach dem Verfasser der Königsbücher von vornherein in der Absicht gebaut worden, daß nun alle andern Opferstätten aufhören sollten; diese Auffasiung sei aber unhistorisch, da die Höhen bis auf Josia nicht beseitigt wurden und noch Elias die Zerstörung der Gottesaltäre als den höchsten Frevel bezeichnete (1. Kön. 19, 10; 14). Erst im 18ten Jahre des Königs Josia (621a) fiel der erste schwere Schlag gegen die localen Opferstätten. Die neuen Anordnungen, durch den Sturz Samariens und durch das Wirken der großen Propheten vorbereitet, hatten einen schweren Kampf zu bestehen und wären schwerlich durchgedrungen, wenn nicht das Exil den Zusammenhang mit der Vergangenheit gänzlich gelöst hätte. Der au§ dem Exile zurückgekehrten Gemeinde waren die alten Bamoth gleichgiltig und es galt als selbstverständlich, daß der eine Gott nur eine Anbetungsstätte haben dürfe. — Den drei Entwicklungsstufen der Geschichte entsprächen auch die drei Schichten des Pentateuchs. In JE sei die Vielheit der Altäre gestattet (Exod. 20, 24—26), wie ja dort auch die Patriarchen an vielen Orten Altäre gründen. Das Deuteronomium kämpfe dagegen an und gebiete wiederholt die Einheit des Heiligthums nach dem Standpunkte der josianischen Reformation. Der?6 dagegen setze die Centralisation des Cultus voraus und trage sie vermittelst der Stiftshütte (die nach Well- Hausen wie nach Graf in Wirklichkeit nie existirt haben soll) in die Urzeiten zurück, was dem Geiste der nachexilischen Zeit entspreche. Ist diese Auseinandersetzung richtig? Ist es wahr, daß der Priestercodex, an und für sich betrachtet, von der Voraussetzung ausgehe, daß die Einheit des Heiligthums seit der Urzeit ununterbrochen bestanden habe? Um diese Frage richtig zu beantworten, muß auch untersucht werden, wie sich die angeblich verschiedenen Schichten des Pentateuchs in Bezug auf das Schlachten der Thiere zum Fleischgenuß zu einander verhalten. Im Deuteronomium (12, 20 ff.) findet sich nämlich eine merkwürdige Verordnung hier-

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