Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 5)
- Language
- German
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2 Hoffmann weis zu führen, daß unter den verschiedenen Schichten der pentateuchischm Gesetze dem Priestercodex die letzte Stelle anzuweisen und daß ferner diese letzte Gesetzgebung vor dem Exile nicht gekannt und erst in der nachexilischen Zeit entstanden sei. Mit dieser Ansicht über die Entstehungszeit des Priestercodex hängt das Urtheil Wellhausen's über dessen Werth und historischen Charakter enge zusammen. Welch' ein Unterschied zwischen dem Urtheil Ewald's über ״das Buch der Ursprünge" (so nennt Ewald den Priestercodex) und dem Wellhausens, dem freilich bereits Nöldeke (Untersuchungen zur Kritik des A. T., Kiel 1869) mit seiner Charakterisirung der sogenannten Grundschrift des Pentateuchs*) vorangegangen ist! Nach Ewald hat ״das Buch der Ursprünge", was künstlerische Schönheit und erhabenen geschichtlichen Sinn betrifft, seinesgleichen nicht in der hebräischen Geschichtschreibung und verdient dieses in jeder Hinsicht das herrlichste Geschichtswerk des alten Volkes genannt zu werden (Geschichte des Volkes Israel 3. Aust. I S. 115). In dessen Darstellungen liegt ein eigener Zauber, und jeden fühlenden Leser weht aus denselben der nicht weniger wohlthuende als stärkende Hauch eines erhabenen Geistes an (das. S. 123). Die *) Zur Erklärung der hier gebrauchten Ausdrücke und Zeichen diene folgende Bemerkung: Die meisten neuern Kritiker unterscheiden im Pentateuch und Josua (zusammen der Hexateuch genannt) vier Schichten der Geschichte und Gesetzgebung: 1) der Priestercodex, bei Vielen ״die Grundschrift" oder ״die Schrift des (altern) Elohisten״ (weil da bis Exod. 6, 2 nur der Gottesname אלדים oder אל שדי gebraucht wird); bei Ewald ״das Buch der Ursprünge״ (nach der Formel אלה תזלדות). Den Namen Priestercodex, Priesterthora oder priesterliches Gesetzbuch wird man am passendsten für diesen Theil der Schrift gebrauchen, weil die priesterlichen Gesetze in Exod., Lev. und Num. die Hauptbestandtheile desselben bilden. 2) Das sogen, elohistische Erzählungsbuch (so genannt, weil dieses stets nur den Namen אלדים gebraucht und im Gegensatz zum vorigen nicht ein Gesetzbuch, sondern ein Geschichtswerk ist); bei Ewald die Schrift des dritten Erzählers. Dafür wird von Wellhausen das Zeichen E gebraucht. 3) Das sogen, prophetische Erzählungsbuch, das schon in der Genesis stets den שם הויה hat; bei Ewald die Schrift des vierten Erzählers. Für dieses dient die Abkürzung J. 4) Das Deuteronomium (Dt).