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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 195

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
5 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 195 (sequence 198)
Language
German
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D i e A g a d a. 195 lich die Summe der zehn hebräischen Worte, die Rab (Chagiga 12 a) als die zehn schöpferischen bezeichnet, sie bilden unter Hinzunahme des Tatragrammaton die Zahl von zweiundvierzig Buchstaben. Die ersten drei Potenzen חכמה תבונה דעת, durch welche nach Rab (Berach. 55 a) Himmel und Erde erschaffen worden, ergeben die Summe von zwölf Buchstaben. Welche Vorstellungen mit diesem zweiundvierzig und zwölfbuchstabigen Gottesnamen zu verbinden seien, führt Bacher (S. 17—20) in lichtvoller Weise aus und weist endlich den Zusammenhang der zehn Schöpfungspoteuzen Rabs mit den zehn Sefiroth des Sefer Iezirah nach. Weniger wahrscheinlich ist, daß auf die Sage vom Reichthume Korach's ״vielleicht die Lautähnlichkeit mit Kroisos von Einfluß gewesen sei" (S. 12 Anm. 70). Es würde den Rahmen einer Besprechung überschreiten, wollten wir auf alle einzelnen Artikel des Buches näher eingehen. Nur den Artikel Raba (S. 114—133) wollen wir wegen der in ihm enthaltenen weitgehenden Combinationen näher beleuchten. Der Verfasser stellt eine große Anzahl agadischer Aussprüche Raba's zusammen, die mit דרש beginnen, also nach Zunz (G. B. S. 341) in: öffentlichen Vortrage mitgetheilt worden sind. Die meisten dieser so Lezeichneten Auslegungen gehören den Hagiographen an, sind also Ueberreste von jenen Vorträgen Raba's, die er beim Sabbathnachmittags-Gottesdienste gehalten, welch Letzterem wir ja überhaupt — wie Rappoport ערך מלין S. 171 nachweist — alle uns vorliegenden Midraschwerke zu verdanken haben. Der Verf. geht in der Umschreibung des Raba'schen Agadakreises noch weiter, indem er ihm auch bestimmte Agadasammlungen zuweist. Am Ende des ersten Abschnittes des babyl. Traktates Megilla findet sich nämlich eine fortlaufende Agadasammlung zum Buche Esther, bei welcher Raba durch zahlreiche Erklärungen vertreten ist. Wenn der Verf. annimmt, ״daß uns da die Reste seiner (Raba's) öffentlichen Vorträge über das Esterbuch vorliegen," so läßt sich dies nicht bestreiten, wenn aber der Verf. vermuthet, ״daß vielleicht diese, als einziger nahezu vollständiger babylonischer Midrasch zu einem biblischen Buche, merkwürdige Sammlung ihrem letzten Ursprunge nach auf Raba oder jedenfalls einen seiner Schüler zurück-

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