Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 165)
- Language
- German
- Belongs to
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162 Salfeld können. Freilich hat er selbst Schuld daran, daß seine nüchterne Commentirung übersehen wurde; er hat Verstecken gespielt." — Für diese Ansicht dürften Beweise schwer zu erbringen sein. — Ein Einblick in beide Recensionen (die von Matthews edirte kannte Grätz bei Abfassung seines Schir Ha-Schirim noch nicht) giebt die Gewißheit, daß Jbn Esra die allegorische Deutung, der er wiederholentlich die Berechtigung abgesprochen fiat,3 4 * * * 8) nicht zum Blendwerke verwendete, sondern sie, nach seiner Ansicht vielleicht als allein berechtigt, besonders hervorhebt, wie dies vor 400 Jahren schon Joseph Chajun richtig herausgefühlt hat?) Jbn Esra sagt wiederholt und ausdrücklich (in der Einl. zur 2. Recens. u. bei Mathews 9), daß das HLkein Liebeslied (דברי חשק) sondern ע״ד משל auf das Verhältniß Gottes zu Israel zu beziehen sei?) Wo er sich so offen ausspricht und seine Meinung nicht hinter dem Berge hält, spielt er sicherlich kein Verstecken. Was er משל nennt, das bezeichnen wir heutzutage als die ״Fabel" eines Gedichtes und sein הנמשל בו, die Allegorie, ist die Tendenz desselben. Und hiermit wurde er deu Ansprüchen seiner Zeitgenossen gerecht, die das HL. ohne symbolische Deutung nicht erklärt wissen wollten.") 3J Vgl. feine Einl. z. Pent., Absatz 3 und 4, wo er gegen midraschische Erklärungen sich wendet; Klagel.-Comm. z. Ans.; ferner Cod. Orient. Berol. 244 S. 139 b des ס׳ השער השמים, wo er sagt: וארדף אחרי פשט הכתובים בכל מאדי .כאשר השיג ידי, müsse er jedoch unumgänglich, so fährt er 1. 6. fort, einen Vers על דרך המ^ל erklären, so wolle er sich des Zweckes halber dazu verstehen. — Anscheinend beide Richtungen läßt er gelten Sefat Jeter § 82; die Ueberschrift des 22. Ps. sei nach seiner Ansicht der Anfang eines Gedichtes בדברי חשק או על דרך משל כשה״ש. Vgl. unfern Autor zu Jes. 5,1, welche Stelle für Grätz jedoch nichts beweist. 4) Ms. HL.-Comm. im British Museum, Vorr. fol. 2: ולכן החכם אבן עזרא עם היותו מתעסק בחכמות החצוניות וכתב על עצמו שלא ישא פנים לתורה שבח מאד הנמשל הזו בפי׳ המגילה הזאה * ♦ ♦ ♦ ♦ (nämlich in der Einl. z. Pent.) ׳'') Jbn Esra weicht nicht von der alten bekannten Ausfassung bezüglich der Aufnahme des HL. in den Kanon (siehe darüber Jntrod. zur zweiten Recension) und der Ansicht, Salomo sei zur Abfassung inspirirt worden (vgl. erste Recens. ed. Mathews S. 9). Siehe Friedländer, Essays 58, Note 1 u. 180 fs. °) Jehuda Ha-Levi (geboren mn 1085 in Castilien, gestorben um 1140 in Palästina) giebt in seinem religionsphilosophischen Werke Cusari (Abschn. II,