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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 156

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
5 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 156 (sequence 159)
Language
German
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ה 156 Salfeld nähme fanb, 63) gehört der von Hübsch nach einer Handschrift der Prager Universitätsbibliothek mitgetheilte (Kommentar,64) — der erste, in welchem die allegorische Deutung gänzlich bei Seite gelassen und das Gedicht als ein profan-erotisches Carmen 65), welches das Liebesverhältnis; Salomo's zu einer besonders geliebten, bevorzugten Gattin besinge, aufgesaßt und erklärt ist. Geiger hat bei der Recension des in Rede stehenden Commentars®6) betont, daß der gesunde, nüchterne Sinn des unbekannten Erklärers, der die Sätze in ihrer Einfachheit auffasse, nicht ausreiche, Bücher wie das HL. zu interpretiren und dabei jedenfalls das Abbrechen der Inhaltserklärung (bei auf welche der Verfasser nur sporadisch zurrückkonimt, im Auge gehabt. Anklänge an und Entlehnungen aus Commentarien Früherer®^), wie Raschi's, Raschbam's, 03) Hübsch, a. a. O. XIII; vgl. auch Berliner, Pletath Sofrim, 20 ff.; Geiger, Ztschr. VI, 208. Daß der Autor in Frankreich war, geht auch hervor aus Comm. HL. zu 3,5: וכאשר פתרונו בערי צרפת. 64) Ueber die Handschrift s. Hübsch, a. a. O. XII. 05) Unser Autor stand mit seiner Ansicht, das HL. als erotisches Gedicht zu betrachten, nicht allein. So meldet Joseph ibn Aknin, HL.-Comm: ״Der Arzt, Abu Ibrahim ben Muril erzählt uns im Namen des Arztes Abu al- Hassan ben Kamnil (nach Steinschn. Mittheil, vielleicht Kanzil), der ihm folgendes erzählte: Ich kam eines Tages zu einem der Emire der Moravidenkönige und fand bei ihm einen jüdischen Arzt, dessen Namen mir entfallen, welcher ihm das Hohelied dem buchstäblichen Sinne nach als ein gewöhnliches Liebeslied (Ghazel) vorlegte; ich redete ihn hart in Gegenwart des Königs an, beleidigte ihn fast und sagte zum Könige: Dieser Mann ist dumm und unwissend, versteht durchaus nichts von unserem Kanon und begreift überhaupt nicht die Absicht Salomo's in diesem Buche (Neubauer, Joseph ben Aqnin, Frankel- Grätz Monatsschrift 1870, 446; danach mitgetheilt von Grätz, Schir Ha-Schirim 120, Note). Ferner findet sich eine erotische Auffassung in dem anonym. Comm., der bei Kobak, Jeschurum IV. hebr. Abthl. 88 ff. gegeben ist; und auch Joseph Kimchi (s. d.) eifert in seinem Comnl. mit scharfen Ausdrücken gegen einen Anonymus, dem das HL. ein erotisches Lied zu sein scheine והמפרש שאמר שלא עשת המלך שלמה השיר הזה אלא בימי בתורותיו על דרך האהבים וכשיר הענבים העשוים לשעשועים להשתעשע בהם המשונעים לא תאבה לו . . . וחס ושלום להביא ספד הענבים ושיר אהבים בכתבי הקדש. Ob Ibn Esra der Erklärung als Liebeslied vorwiegend zugethan (wie Grätz Schir Ha-Schirim 119 zu beweisen versucht) werde ich § 13 untersuchen. 66) Geiger, a. a. O. 07) Man vgl. den Comm. mit Rasch! zu 1,3,5,17, 2,5,9,17, 4,1, g, 5,!,6,10,14, 6,5 (wörtlich); mit Raschbam 1,2, 2,9,17, 4,1, htl, Jellinek S. 53, 5,6,10,13;

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