Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 154)
- Language
- German
- Belongs to
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Hoh eslied. 151 doch lag es nicht in seiner Absicht sich von der Allegorie loszusagen. Iellinek 38) (Vorrede VIII) charakterisirt diesen Autor als ״klar, bestimmt einfach, entschieden, sinnig und bündig in seinem ganzen Wesen." ״Ja", so fährt er fort, ״in dem Commentare zum Hohenliede lernen wir in ihm einen Mann kennen, der die Galanterie eines Troubadour itnb das Zartgefühl eines Minnesängers mit der tiefen national-jüdischen Empfindung eines glaubensbegeisterten Juden verbindet." Samuel, dessen Commentar eine kleine Einleitung (39 (פתח דבר), in welcher die Tendenz der Erklärung angegeben ist, vorangeht, deutet das Hohelied — den Wechselgesang zwischen Israel und Gott — im national-allegorischen Sinne und sieht in ihm Hinweise auf künftige Leiden des israelitischen Volkes. Er, der die Hirtenlieder seiner poetischen Landsleute und die Sitte, eine Haarlocke der Geliebten auszubewahren, zur Erklärung heranzieht, der über körperliche Schönheit wie ein freisinniger Künstler urtheilt und den Lenz wie ein begeisterter Dichter schildert, weiß in gewandter Sprache dem einfachen Sinne des Gedichtes, den er durch präcise Worterklärung zu fördern bemüht ist, gerecht zu werden. Neben der überkommenen Allegorie, die in den Vordergrund der Erklärung tritt, kommt die Erotik des Liedes voll und ganz zu ihrem Rechte. — Der Text des Hohenliedes ist in bestimmte Versgruppen getheilt, welche zuerst in ihrem ursprünglichen, dann im allegorischen Sinne ausgelegt werden. 40) Der Commentar des 38) Iellinek gab 1855 (Leipzig) mit dem Comm. zu Kohel. auch den z. HL. heraus und fügte Ercerpte aus Tobia den Elieser's Erkl. beiden Büchern hinzu. Das Nähere siehe Hebr. Bibl. 1869 S. 140, 79 u. 142, wo der im Codex Hamburg 37°, befindliche Comm., der Sam. b. Meir gehört (nach Steinschneider, Katalog der hebr. HS. der Stadtbibliothek zu Hamburg S. 8), unter Anonym, angegeben ist. — Einige Verbesserungen zur Jellinek'schen Ausgabe giebt Geiger, Parschandata, hebr. Abtheil. 34, Note; mehrere könnte auch ich aufsühren, halte aber damit zurück, weil Hr. Di׳. Berliner eine Anzahl von Correcturen nach einer andern Handschrift — welche ihm Herr Soave in Venedig überlassen hat — dieser Arbeit anzureihen mir versprochen hat. 3ף Im Cod. Hamburg fehlt die Ueberschrift (Steinschneider a. a. £>.). 4״) Iellinek a. a. O. XI.