Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 138)
- Language
- German
- Belongs to
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Hoheslied. 135 busch" zusammen und giebt ihm die Bedeutung von Zweigen und Ranken. Zosef ibn Aknin (s. d.) bringt im Anfänge seines Hohenliedcommentares eine Zusammenstellung der drei verschiedenen Auffassungsweisen (1. der wörtlichen, 2 ,עלי אלפשט. der allegorischen und 3. der philosophischen, spekulativen) des Lieds der Lieder und sagt, daß die erste bei den Philologen und Grammatikern (wie z. B. bei Saadja, Abu Sacharja Jahja ben Daud el Fast, Abulwalid ibn Gannach aus Saragossa, dem Nagid R. Samuel Ha-Levi, bei Abu Ibrahim ben Barun, Zehuda ibn Balam und Moses ibn Gikatilia (Chiquitilla) ha-Kohen zu finden fei.3®) Ich glaube nicht, daß von diesen Gelehrten, von denen sonst keiner — mit Ausnahme Saadja's — in der Literatur als Verfasser genannt wird, selbständige Commentare existirt haben. Obgleich die Ausdrucksweise und die Zusammenstellung Zbn Aknin's diesen Glauben wenig unterstützen und es immerhin möglich sein kann, daß von den oben Genannten, von denen R. Samuel Ha-Nagid sicher (s. «.), Zehuda ibn Balam wahrscheinlich biblische Bücher interpretirten (s. u.), eigentliche Erklärungen geschrieben worden sind. Mir will es scheinen, Ibn Aknin habe ihre Ansicht über das HL. aus ihren übrigen Schriften gekannt und sie nur als Vertreter der philologischen Richtung überhaupt, nicht als Verfasser aufgeführt. Von Einigen habe ich HL.-Erklärungen theils in ihren eigenen Arbeiten, theils in denen jüngerer Autoren gesunden, die ich an dieser Stelle mittheile; von Einigen gebe ich eine kurze biographische und ihre philologischen Arbeiten charakteristrende Notiz. Zehuda Chajug, 1020—1060, aus Fez, später in Cordova3') (mit dem arab. Namen Abu Sacharja), ist als der eigentliche Gründer der wissenschaftlichen Grammatik, wodurch er seinen Nachfolgern, besonders dem ihn öfters bestreitenden Abulwalid ein sicheres Fundament legte, anzusehen. Wer so wie R. Zehuda die hebr. Sprache nach allen Richtungen hin untersuchte, zergliederte und nach wohldurchdachtem Systeme ordnete, der hat selbstredend auch das Sprachliche unseres “) Steinschneider, Art. ״Josef ibn Aknin," S. 54. ”) Siehe Grütz, Gesch. d. I. V. Bd. 2. Ausl. S. 355.