Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 135)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Salfeld Die nach dem Tode des Gaon sich entwickelnde Wissenschaft drang von Asien über Afrika, wo sie schon um 900 in Jehuda ibn Koreisch einen bedeutenden Vertreter gehabt hatte, nach dem südwestlichen Europa, um in Spanien sich Geisteshelden zu gewinnen, die sie nach allen Richtungen hin ausbauten und unvergängliche Schätze ihr zuführten. Anfänglich zum Zwecke der Abwehr mohammedanischer und karaitischer Angriffe unternommen, sind die grammatischen, lexikalischen und exegetischen Studien bald um ihrer selbst willen getrieben worden, und eine besonnene nüchterne Behandlung des heiligen Textes hat die Bibelforschung erfolgreich gefördert. Wenngleich uns aus der Periode von Saadja bis zum Ausblühen der grammatischen Studien in Spanien kein Commentar zum Hohcnliede aufbewahrt ist, so geben doch einzelne Citate bei späteren Schriflstcllern der Vermuthung Raum, daß man auch das Lied Salomo's mit in den Kreis wissenschaftlicher Exegese gezogen. Joseph ibn Aknin spricht in seinem Commentare von einer Erklärung des N a b b i S ch e m a r j a, die ihn ebenso wenig befriedigt hätte, wie die des Ibn Esra. Ob hier N. Schemarja ben Elchanan 24) ein in der Mitte des 10. Jahrhunderts zu Masr el Kahira (Kairo) lebender Rabbiner gemeint, oder ob, nach Steinschneider 25), der von Charisi im Tachkemoui, Cap. 18 (fol. 36 a ecl. Amsterdam), erwähnte alte Dichter im Osten darunter zu verstehen sei, wage ich nicht zu entscheiden. Den Grammatikern, denen wir zunächst unsere Betrachtung zuwenden, muß das große Verdienst zuerkannt werden, die willkürliche Behandlung der Exegese, wie sie sich mit Nothwendigkeit aus den unzureichenden grammatischen Vorarbeiten und aus dem hartnäckigen Beharren in dein seiner Zeit durch den Zweck gebötenen hagadischen Erklärungssinne und Sprachausdrucke herausbilden mußte, durch wissenschaftliche Arbeit zurückgewiesen und zuvörderst den grammatischen Grund hergestellt zu haben, ans dem ein regelrechter Aufbau möglich war. Vgl. Grap, Gesch. der Juden, 2. Ausl. VI. Bd. S. 9; Berliner, Migdal Chauanel, S. V. a6) Ersch und Gruber, Eucyklopädie, II. Sect. Bd. 31. Art. Joseph ibn Aknin, Text und Note 88 a.