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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 128

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
5 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 128 (sequence 131)
Language
German
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128 Salfeld bestimmen, die Autorschaft dem großen jüdischen Religionsphilosophen unbedingt zuzusprechen, da ich die Bedeutung einer Notiz Neubauer's, die mir Herr Prof. Merx gütigst mittheilte, ״die grammatische Terminologie der Hdschr. sei jünger als die des 10. Jahrhunderts", nicht unterschätze. — Ich verweise nur nochmals auf Steinschneider's vortreffliche Arbeit (Cat. libr. hebr. Bodl. 1. c.). — Ich stelle den Commentar in den Vordergrund dieser Arbeit, weil ihm seinem Inhalte nach diese Stelle zukommt. In dem mir zur Benutzung gestatteten, von Herrn Dr. Steinschneider der Bibliothek in Jena geschenkten Facsimile fehlt die Einleitung zum größten Theile. Aus dem Reste derselben geht jedoch hervor, daß der Verfasser dem Ganzen eine Erörterung verschiedener Gesichtspunkte voranschickte, denn fol. 2 a heißt es: ״Wie wir dies thaten bei Erörterung des 2. Gesichtspunktes." Die bereits im Targum und Midrasch so ausführlich gedeutele Ansicht, das Hohelied sei ein Lobhymnus auf die göttliche Vorsehung, die vorzüglich Israel geleitet und das zerstreuete Volk dereinst sammlen und in das gelobte Land zurückführen werde, bildet auch den Inhalt dieses Commentars (fol. la); so ist selbstverständlich Gott der Freund, Israel die Geliebte (fol. 14b), deren trautes inniges Verhältniß durch Wissenschaft und That, die beiden Zweige menschlicher Weisheit, aufrecht zu erhalten und zu festigen sei (2,Z). ״Daß dieses Lied unter den Gesängen Salomo's das vorzüglichste ist, bezeugt die Bezeichnung שיר השירים, die analog dem מלך מלכי המלכים, d. i. ״der erhabenste und mächtigste König." Was die rhetorische Anlage anbetrifft, so ist das Buch nach einem gewissen Rhythmus verfaßt, der jedoch den Reim ausschließt. Fol. 2 a schließt der Verfasser sich der Meinung derer an, die in dem HL. ein Zugendprodükt Salomo's erblicken, Mischle als eine Arbeit seines Mannes-, und Kohelet, ״das Buch der Askese" (s. 0.) als eine solche seines Greisenalters erklären. Nachdem der Inhalt nochmals in Kürze recapitulirt worden, beginnt die eigentliche Interpretation des HL.

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