Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 124)
- Language
- German
- Belongs to
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Hoheslied. 121 lichen Commentar im Sinne späterer Zeit nicht antreffen. Das Einzige, was er mit einem solchen gemein hat, ist die äußere Anordnung des Stoffes nach dem gegebenen Texte, der wahrscheinlich, wie aus der Ueberschrift zu 2,8 (סדרא תנינא) ersichtlich ist, in mehreren Abtheilungen gegeben war. Die Verse des HL. sind meist nur die Fäden, welche die aus dem ״Garten" der Hagada gesammelten sarb- und schmelzreichen Blumen umschlingen und zu Sträußen verknüpfen. Mischen sich in letztere hin und wieder Feldblumen, so thut dies dem Ganzen keinen Eintrag — ist doch der Zweck, zu erfreuen und zu laben, erreicht. Zu diesem Zwecke ist das reiche, das ganze geistige Leben vieler Jahrhunderte umfassende Material, das in mündlichen Vorträgen Tausenden und aber Tausenden gereicht worden war, um sie zu unterhalten, zu belehren und zu erheben, ihren religiösen Sinn zu festigen, ihre Hoffnungen zu stärken, ihre Leiden und Schmerzen zu mildern 80), erst spät gesammelt worden; trotzdem tritt uns aber noch die ganze schaffende Thätigkeit der Hagada in unserem Midrasch entgegen, wir sehen oft, wie sich Eins aus dem Andern entwickelt, wie anscheinend fernliegende Objekte näher gebracht und vereint werden, wir fühlen, wie aus Allem Herz und Gemüth sprechen und preisen den tief religiösen Sinn, der nirgends vermißt wird. Der unter verschiedenen Namen: Midr. Schir Ha-Schirim, Midr. Schir,") M. chasita * * 6‘־J (chasit), Agadat chasita/2) bekannte Midrasch C a n t i c u m ist vermuthlich in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts in seiner jetzigen Fassung redigirt worden."4) Einen »״) Vgl. Midr. Cant, zu 2lS>. 61) Lonsano, Maarich sub אבגינם. 6ף Nach dem Ansangssatz (Prov. 22,2»). 6s) Aruch sub טפף. 64) Zunza. a. O. 264, Note a; Steinschneider, Cat. der Bodl. 584. lieber Chodowsky's (Observationes ci'iticae in Midrasch Sch. ha-Sch.) historische Kritik s. Hebr. Bibliographie, Jahrgang XVIII, 11. — Ob der Midrasch ״deutlich" mit den erwähnten alphabetischen Gedichten auf die Pint-Dichtung Hinweise, und daraus, weil er auf Kalirische Zeit anspiele, zur ״Evidenz" hervorgehe, daß er frühestens 850 abgefaßt sei sChodowsky 31), ist mehr als zweifelhast, denn vollständig und unvollständig nach dem Alphabet geordnete Poesien koimnen bereits in der Bibel fden Psalmen, Klageliedern, Spr. Sal. 31,!» ff.j (vergl. Midr. Echa, Anfang) vor, welche ebenso gut gemeint sein können. So bliebe für die Jugend allein das פייטנא charakteristisch. 9