Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 112)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus England. 109 Material edirt, zu erwarten. Mehrere Bogen, welche mir bereits im Drucke Vorlagen, ließen mich erkennen, daß wir hier Controlle und Corectiv für die von Jacob b. Chaim ohne weitere Quellenangabe mitgetheilten Bruchstücke der Massorah erhalten und einen Zuwachs von massoretischem Material gewinnen, dessen Existenz man bisher wohl geahnt, niemals aber aufgefunden hat. Durch die Benutzung der Ochlah W' Ochlah-Handschrift in Halle, die viel umfangreicher ist, als die von Professor Frensdorfs benutzte, ferner der aus Arabien stammenden Bibel-Handschriften, welche zu den neuesten Erwerbungen des British Museum gehören, und verschiedener anderer Handschriften von kritischem Werthe, besonders der mit assyrisch-babylonischer Punktation, konnte Dr. Ginsburg nach dem Vorgänge Frensdorff's (von dem wir sehnlichst die Fortsetzung seines Handbuches erwarten) ein Massorah-Werk anlegen, das epochemachend für dieses Literaturgebiet werden wird. Von Dr. N. Adler ist bereits eine zweite Ausgabe des Pentateuchs mit dem von ihm zum Targum Onkelos bearbeiteten Commentar נתינה לגר (Wilna bei Rom) erschienen. Da die Ausgabe stereotypirt ist, so konnten Berichtigungen und Verbesserungen nur am Schlüsse in besonderer Beilage beigesügt werden. Der noch rüstige Greis ist mit einer näheren Bearbeitung des Propheten- Targums beschäftigt. Dr. M. Friedländer, dessen ibn Esra-Studien uns in drei Bänden (s. den Literaturberichl im folgenden Hefte) vorliegen, wendet sich jetzt den poetischen Schöpfungen ibn Esra's zu, und dürfen wir wohl auch hierin Lehrreiches und Interessantes von ihm erwarten. — Der in der letzten General-Versammlung der Alliance israelite universelle (August d. I.) von den amerikanischen Deputirten angeregte Plan, eine internationale Gesellschaft zur Edirung hebräischer Werke nach den in Bibliotheken schlummernden Handschriften zu bilden, findet in verschiedenen Kreisen Englands recht lebhaften Anklang und dürfte man von London aus recht bald geeignete Vorschläge für eine nähere Nealistrung erwarten können.