Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 105)
- Language
- German
- Belongs to
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102 ®über sagen, der babylonische Talmud sei zu sechs Sedarim, obgleich bei Seder Seraim nur zum Tr. Berachot und bei Seder Taharot nur zu Nidda Talmud Babli existirt. Man findet auch nicht die geringste (?) Andeutung bei einem der Alten, daß ihm ein Theil des jerusalemischen Talmuds Vorgelegen hätte, der uns fehlte.. Auch das in Toßafot zu Rosch haschanah fol. 5 vorkommende ובירושלמי בכורות וכו' ist in ובירוש' בכורים zu emendiren, da im Jerusch. Bikkurim sich in der That die dort citirte Stelle befindet. Der zweite Beweis vom Maggid zu H. Mechira 27, 8 ist ebenfalls sehr schwach. Rabed sagte nämlich das.: מצא m דבר אותו במם׳ ערכין; dazu bemerkt Maggid Mischneh: .לא מצאתי אותו בגמרתנו וראוי להיות בירושלמי במם׳ ערכין. Wir sehen hieraus, daß Maggid Mischneh selbst in Zweifel war, da er nur וראוי להיות schreibt. Hätte er einen Jeruschalmi zum Tractat Arachin gehabt, so würdeer die Quelle genau angegeben haben. Vielleicht glaubte er, es existire ein Jeruschalmi zu Seder Kodaschim. Nach Fraukel (Mebo S. 46) soll es heißen וראוי להיות בתוספתא; vgl. Toßefta Arachin c. 3. — Der dritte Beweis ans Maimonides' Vorrede zum Mischna-Commentar ist durch die eben citirte Bemerkung des מראה הפכים zu Jerusch. Bikk. I, 6 widerlegt, *j Auch Frankel ist der Ansicht, daß kein Jeruschalmi zu Seder Kodaschim existirt hat, da keiner der Alten irgend eine Halacha oder sonst einen Satz ans diesem Jernsch. citirt. N. Isaak Alfaßi benutzt sonst häufig den Jeruschalmi und trifft nach diesem oft seine Entscheidungen; doch im Tractate Cholin citirt er ihn nicht. Ebenso wird des Jerusch, zu Cholin nicht erwähnt in Toßafot, Naschba, N. Ascher, R. Nissim und den andern Rischonim. Noch mehr, Maimonides in seinem Mischna-Commentare citirt oft den Jeruschalmi, besonders in den Tractaten, zu denen *) Anm. der Red.: Die Worte des Maimonides beweisen aber entschieden, daß er einen Jeruschalmi zu Kodaschim im Sinne hat, also wenigstens von dessen Existenz gehört hat. An einen Drucksehler ist nicht zu denken, denn die hebr. Uebersetzung stimmt hier mit dem arabischen Original (vgl. Pococke, Porta 210818 p. 105 f.). H.