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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 97

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
5 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 97 (sequence 100)
Language
German
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Die Präsidentur im Synedrium. 97 war in den meisten und wichtigsten Funktionen des Sanhedrin der pharisäische Nasi das Haupt, und der Hohepriester mußte, obgleich er später mit der nqoaxaaia tov Xaov betraut war, in gesetzlichen Angelegenheiten sich der Entscheidung des Nasi unterwerfen. Sowie bei Entscheidungen über Aussatzschäden öfters ein Chacham die Entscheidung traf, die er aber formell von einem Priester verkünden lassen mußte (Sifra zu Lev. 13, 2, Mifchna Negaim 3, 1); ebenso war der Nasi als der 'מופלא ׳שבסנהדרין (Programm S. 36) das wirkliche Haupt des Synedriums, während der Hohepriester officiell als solches galt. Dies und nur dies kann Josephus veranlaßt haben, auch an die Spitze des pentateuchischen Synedrium's zwei Präsidenten zu setzen, den Hohenpriester und den Propheten, von denen der letztere allein unstreitig befähigt war, in letzter Instanz jede Streitfrage zu entscheiden. Noch an einer andern Stelle theilt Josephus dem Hohenpriester und dem Propheten eine gemeinschaftliche Wirksamkeit zu. In contra Apionem I, 6 behauptet er nämlich, bei den Israeliten wäre den Hohenpriestern und Propheten das Amt der Geschichtsschreibung übertragen gewesen. Offenbar hat man sich auch hier den Hohenpriester und Propheten an der Spitze der Gerusia zu denken, denn auch Josephus betrachtet die Gerusia als die oberste Gesetzesbe- Hörde. In aut. 4, 8, 17 läßt er von Moses dem Könige die Vorschrift ertheilen, Gott und den Gesetzen zu folgen und nichts ohne den Rath des Hohenpriesters und der GerusLasten zu thun. Das Synedrium hatte auch ohne Zweifel über die Canonicität der Schriften zu entscheiden (vgl. Mischna Jadajim 3, 5), und ebenso ließ diese Behörde manche Schriften dem Gebrauche entziehen. Dies sollte mit dem Buche Ezechiel geschehen (Sabbat 13״); R. Gamliel I. ließ ein Targum zu Job verbergen (Toßefta Sabbat c. 14). Deshalb läßt auch Josephus den an der Spitze der Gerusia stehenden Hohenpriestern und Propheten das Schreiben der heiligen Bücher anvertraut sein. Ferner zeigt Josephus seine Kennntniß der Nasi-Würde in aut. III, 9, 4, wo er die gesetzlichen Bestimmungen in Lev. 4, 3—26 mit folgenden Worten wiedergibt: ״Die Archonten opfern, wenn sie gesündigt, ebenso wie Privatleute, mit dem Unterschiede

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