Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 98)
- Language
- German
- Belongs to
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'Die Präsidentur im Synedrium. 9b ich hier noch Einiges nachtragen und einiges in der Abhandlung Gesagte modiftciren resp. präciser ausdrücken. In den talmudischen Quellen erscheint überall der Schriftgelehrten-Nasi auch als Haupt des Sanhedrin; man kann also nicht anders denken, als daß er Präsident dieses Gerichtshofs war. Und in der That haben auch die meisten jüdischen Historiker die in Abot Abschn. i genannten ״Paare" für die Präsidenten und Vicepräsidenten des Spnedriums gehalten. — In den griechischen Quellen jedoch erscheint immer der Hohepriester als Präsident des Spnedriums. Von einem Schriftgelehrlen-Nasi scheinen diese nichts zu wissen. Nach dem Vorgänge non Geiger (Urschrift S. 116) haben daher Kuenen (in den Verslagen en Mededeelingen der Koninglijke Akademie. Letterkunde X.) und Wellhausen (die Pharisäer und die Sadducäer S. 26 ff.) allen talmudischen Berichten über einen pharisäischen Nasi und Ab-Bet-Din vor der Zerstörung des Tempels die Historicität abgesprochen und sie als eine Zurückdatirung späterer Zustände auf eine frühere Zeit erklärt. Die Unrichtigkeit dieser Annahme haben wir nun in unserer Abhandlung (Programm S. 28—33) hinreichend bewiesen. Betreffs des Widerspruchs der Quellen möchten wir aber hier noch hervorheben, daß einerseits im Talmud die Präsidentur des Hohenpriesters auch angedeutet ist in dem Ausspruche des R. Elieser b. Jacob (Sota 45°), daß unter השפט in Deut. 17,9 der Hohe- Priester verstanden ist (vgl. Programm S. 17 f). R. Elieser b. Jacob stimmt hierin mit Josephus (uni. 4, 8,14 und contra Ap. 2,23) und Philo (II, 367) überein. Der Talmud citirt an zwei Stellen diese Worte des R. Elieser ganz unbefangen, ein Beweis, daß hierin kein Widerspruch mit der talmudischen Geschichtsanschauung erblickt wurde. Andererseits aber gibt Josephus auch deutlich zu erkennen, daß er den Schriftgelehrten-Nasi wohl kennt, und diesen Umstand möchten wir hier klar legen, weil dies für unsere Frage besonders wichtig ist. In ant. 4, 8, 14 erklärt Josephus als die oberste gerichtliche Instanz 0 r« aQyjioevg nal 6 .toocprjTijg xai rj yeqovaict. Was hat nun der Prophet hier zu thun? Von diesem ist ja in Deut. 17,9 gar nicht die Rede! Die Ansicht Kuenens, Josephus habe