Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Al exander Fischer Charakteristikon für נגיחה und deren תולדות. Ich erinnere an die schon oben citirte Erklärung von Raschi und die Gemara weiter unten z. St., woraus dies unzweideutig erhellt. Welche Bedeutung immer sonach יגוף auch habe, gleichviel, ob es das Stoßen mit dem Leibe oder mit dem Horn bezeichnet, es kann babei immer nur von einem die Absichtlichkeit voraussetzenden Stoß die Rede sein, wofern es als תולדה דקרן gelten soll. Dazu kommt, daß auch für diese Definition von נגף, wonach der ganze Unterschied zwischen diesem Begriff und dem,' was wir uns unter נגה denken, in der Intention, resp. Jntension der Handlung läge, die vergleichende Wortforschung schwerlich einen Anhaltspunkt entdecken wird. Wenn es z. B. Exod. 12,23 heißt: ועבר ה׳ לנגוף, so wird sicherlich Niemand denken, daß hier von einer unabsichtlichen und geringfügigen Handlung die Rede sei. Was ist nun der Sinn dieser ganz problematischen Sentenz? Zch habe schon eingangs bemerk!, daß hier nur eine etymologische Feststellung der Begriffe den Schlüssel zu dem besseren Verständniß abgiebt. Wir müssen zu diesem Behllfe die Ausdrücke נגיפה ,נגף ,נגה und endlich מולא einer Kritik unterwerfen. Daß נגה und נגף Synonyma sind, beweist schon ihre Homophonie. Man kann zu נגף und נגה als drittes Glied im Bunde der Stamm- und Sinnverwandtschaft noch נגע hinzufügen. Der Unterschied zwischen נגע und נגה liegt unverkennbar in dem rau- Heren, resp. sanfteren Hauch der Gutturale ע und ה. Das ע ist ein schwächerer, ה ein stärkerer Hauch. Es wird daher auch נגה eine intensivere, נגע eine minder intensive Handlung bezeichnen*). In seiner ursprünglichen Bedeutung heißt נגע nichts weiter als berühren, anfassen, wie aus vielen Stellen ersichtlich. Das Wort hat freilich eine Begrisiserweiterung erhalten, und steht das Derivatum נגע für Plage, Schicksalsschlag, was wohl auch auf die Vorstellung zurückzllführen ist, daß der Heimgesuchte von dem strafenden Arm Gottes getroffen wurde. Das Aussatzmal, eine ansteckende Hautkrankheit, deren Ursache nicht, wie bei mancher anderen, im Leiden eines inneren Systems, in der Krankheit der Säfte, sondern in äußeren, die Haut tangirenden Einflüssen *) Vgl. רצע u. רצח.