Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2572068-2572073-2572074--0438-2572584- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 2× ep/1002670
OCR text
Eine schwierige Talmudstelle. 79 Eine schwierige Talnmdstelle, erklärt von Alexander Fischer. Bei einiger Aufmerksamkeit auf die Discussion Baba Kama 2 b. können unmöglich die Widersprüche entgehen, in welche dieselbe sich öfters zu verwickeln scheint. Er muß daher Wunder nehmen, daß gleichwohl die meisten Kommentatoren achtlos darüber hinweggingen, als ob hier Alles klar und deutlich zu Tage läge und keines Wortes der Erläuterung bedürfte. Raschi, der rastlose und zuverlässige Mentor auf dem weiten Talmudgcfilde, läßt uns zwar auch auf dieser so dunkeln und unebenen Partie, wo der des Weges unkundige Forscher mehr denn irgendwo nach einem Wink, einem Fingerzeig umherspäht, nicht im Stiche. So lichtvoll indessen, so unvergleichlich, klar und einfach auch sonst seine Erklärungen sind, sie haben über dieses Dunkel — was ich gleich beim Eingange bemerke — nur spärliches Licht verbreitet, bei dessen Schimmer es noch immer schwer hält, die Bahn zum Verständnisse zu finden. Wenigstens ist es mir bei dem aufrichtigsten Bemühen nicht möglich geworden, mich bei den von Raschi zu unserem Passus gegebenen Erklärungen zu beruhigen. Eine etymologische Feststellung der Begriffe, wozu im Folgenden der Versuch gemacht werden soll, ist der sicherste Leitfaden für dieses Labyrinth. Sie wird den Gedankengang wesentlich aufhellen und zugleich zeigen, wie diese Stelle, obgleich halachischer Natur, auch ein philo sop h i s ch e s Moment in ihrem Schoße birgt, ja dieses zum eigentlichen Zielpunkt ihrer Ausführung hat. Wir haben im Ganzen zwei an unserer Stelle in unmittelbarer Folge aufgeworfene und sich eigentlich ergänzende Fragen, sowie deren Lösung in den Kreis unserer Betrachtung zu ziehen. Nach Anführung der Baraita, welche lehrt, daß von dem Thiere drei verschiedene Fundamentalschäden (אבות נזיקין) ausgehen können, verursacht durch das Horn, den Zahn oder den Fuß, bezeichnet die Ge-