Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2572068-2572073-2572074--0435-2572581- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
76 Zur Geonim-Literatur. kavy durchaus nicht widerlegt. Es läßt sich doch nun einmal nicht annehmen, daß R'Hai gegen seinen Schwiegervater die Worte geschrieben haben soll: וכצשטח מר רב שמואל גאון ו״ל וכיוצא בו שהרבו לקרות בספרי נכרים. Abgesehen davon, daß hier R' Samnel Gaon wie ein Fremder citirt wird, kann sich doch R' Hai gegen das Lesen במפר׳ נכרים unmöglich ereifert haben, da er unstreitig dasselbe gethan. Ferner kann auch Rapoport es sich nicht erklären, das R'Hai in diesem Responsum mit aller Entschiedenheit dafür eintritt, daß Gott durch fromme Männer gerade so wie durch Propheten Wunder geschehen lasse, während in Ohel Zosef zu Exodus Nr. 11 ein Auszug aus einein Resp. Hai's citirt wird, in welchem gerade im Gegensätze dazu bewiesen wird, wenn Gott durch fromme Männer gleichwie durch Propheten Wunder geschehen^ ließe, der Unterschied zwischen Propheten und gewöhnlich frommen Männern dann vollständig schwinden würde. Die Vermuthung Rapoports, im O. I. sei die Ansicht R'Hai's unvollständig oder ungenau wieder gegeben, bestätigt sich nicht, nachdem uns in מקם וקנים das vollständige Responsum vorliegt und das angeführte Citat sich als ein wörtlich wiedergegebenes erweist. Diese schwerwiegenden Momente, die Harkavy nicht berücksichtigt, sprechen durchaus für Grätz. Andererseits aber erscheint die Aechtheit unseres Responsnms im En Jacob schon dadurch erwiesen, daß es im Aruch s. v. אבן הטנוגעת im Namen R'Hai's angeführt wird. Nathan b. Jechiek' ist besonders in Betreff R'Hai's ein zuverlässiger Zeuge, da er dessen Kommentar zu מרר טהרות und zahlreiche Responsa seinem Aruch einverleibt hat. Wo ist nun der Ausweg aus diesem Dilemma? Wir glauben einen solchen gefunden zu haben. Wer die verschiedenen Ansichten über dieses Responsum verfolgt, dem muß es auffallen, daß die Interpretationen desselben sich im schroffsten Gegensätze zu einander bewegen. Harkavy, der Ansicht Rapoports folgend, erklärt das Responsum für acht, weil Hai darin ״den Mystikern und Kabbalisten entgegentritt, gegen die ein Fälscher zu Gunsten der Kabbala sich doch unmöglich mit solchem Tadel, wie er dort ausgesprochen, wenden würde" und Grätz behauptet, das Responsum könne R'Hai ״durchaus nicht angehören, weil darin