Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Trostschreiben Samuel HaganidS an Chananel. 75 das gefürstete Oberhaupt der spanischen Judenheit in der ersten Hälfte des eilften Jahrhunderts seinem Schmerze über das Hinscheiden des größten Talmudmeisters im damaligen Abendlande Ausdruck giebt. Welche Stellung Samuel bereits damals in den Gemeinden Spaniens eingenommen, bekunden die Weisungen und Anordnungen, die von ihm ausgehen und unbedingter Befolgung sicher sind. Das Schlußgedicht besingt Chuschiel, wie besonders die Erwähnung der veränderten Heimath beweist. Dieser Vers scheint mir eine historische Notiz zu enthalten, die in größerem Zusammenhange ihren wahren Werth erhalten wird, wenn es sich nemlich wird zeigen lassen, daß die vier Gelehrten, deren pumbaditanische Abstammung mir sehr wahrscheinlich geworden ist, nach dem Scheitern ihrer Sendung es absichtlich vorzogen, im Auslande zu bleiben und nicht wieder zu den trostlosen Wirren der heimathlichen Schulen zurückzukehren, denen auszuhelfen ihnen eben unmöglich gemacht worden war. Das Metrum des Gedichtes ist das bei Samuel Hanagid auch in seinen sonstigen Dichtungen so beliebte הזג, (Cat. Bodl. p. 2467), das ib. 2161 als הגז bezeichnet wird. Dieses stellt vielmehr das aramäische Gedicht dar, dessen Erklärung ich dem Bentley von Szebreszyn überlasse. Vielleicht darf bei den ungeahnten Funden, die uns die neueste Zeit gebracht hat, die Hoffnung genährt werden, daß ein neuer Fund eine zweite Handschrift uns bringen werde, in der die Lücken dieses herrlichen Denkmals fürstlichen Hochsinnes Ergänzung und alle Dunkelheiten ihre Beleuchtung finden werden. Kojetein, 7. August 1878. Dr. David Kaufmann. Ein Responsum Hai's. Im vorigen Hefte des ״Magazin" S. 24 Note 6 bespricht Harkavy das bekannte Responsum im En Jacob Chagiga c. 2 und bekennt sich zur Ansicht Rapoports (Biogr. Hai's Note 13), der die Aechtheit des Responsums gar nicht in Zweifel zieht — gegen Grätz, der auch in der 2. Auflage des 6. Bandes seiner Geschichte die Unächtheit der Responsums festhält. Die Argumente jedoch, die Grätz a. a. O. Note 2 ailführt, erscheinen durch Har-