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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 74

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
5 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 74 (sequence 77)
Language
German
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74 Zur Geonim-Literatur. gen Leben bereit ist. Und so bitte ich denn um dieser beiden Gründe willen, meinen Herrn, daß er nicht säume mit seinem Briefe und seine Antwort nicht verzögere, die sein Wohl und das Wohl seiner Lehre, seiner gelehrten Genossen und seiner einsichtsvollen Schüler berichten möge. Und da ich diesen Brief mitten aus der Verstörung mit zerütteter Seele, geschwächtem Geiste und trauererfülltem Herzen ob all der Leiden, die uns umdrängen, geschrieben habe, so daß die Worte von mir gelten: Der Stumpfgewordene empfindet nichts und das Fleisch des Verstorbenen ist fühllos gegen das Messer.. so trete ich nur mit geringfügigen Worten und dürftigem Lobe vor meinen Herrn hin. Dieweil aber meinem Herren bekannt ist, daß das Gebet der Frommen mächtigere Wirkung hat vor Gott, so liegt es ihm ob, Erbarmen auf uns herabzuerflehen, wie es bei demjenigen heißt, den selber ein Unfall betroffen/und wie die Schrift bemerkt: Abraham flehte zu Gott und Gott brachte Heilung u. s. w. Heil über Heil für ewig! Samuel Halevi bar Josef s. A." Es glich der edlen Frucht Dein Wort, so oft Du sprachst, Und Deiner Reden jede mildem Regenguß, Und alle Weisheit, alles Wissen, allen Werth, Verlassenem Vogelneste gleich hobst Du sie auf. Und so Du jemals niedersaßest zum Gericht, Stets wärest der gedruckten Waise Vater Du, Und niederfiel den Regenstrahlen gleich der Urtheilsspruch Und löscht' die Flamme aus, zu der der Streit entbrannt', Und Jedem, der mit einer Frage Dir genaht, Aus fernem Westen gabst Du Antwort ihm zurück, So wie der Sonne Licht zur Erdenstäche strahlt, Dieweil sie selber thront am hohen Firmament. Du rissest von der eig'nen Heimathstadt Dich los Und richtetest im Kaiman Dein Lehrhaus auf. Und so jetzt hin zur Ferne schweifen mag mein Blick Und dorten nimmer finden kann sein liebes Bild Dann gab ich Herz und Seele mein und Geist für ihn Zum Preise hin und alle Herzen im Verein. Es ist mir schmerzlich, dieses Trostschreiben nicht in seiner unverletzten Gesammtgestalt wiedergeben zu können, allein es dürfte jedes Wort einer Urkunde der Erhaltung werth sein, in welcher

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