Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
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72 Zur Geonim-Literatur. eine Versammlung, setzte einen Festtag an, verrichtete das Seelengedächtniß*) . . ., ordnete die Trauerfeier an, indem mir mit entblößten Schultern uns bereitstellten, fwobei aus der Mitte der Leidtragenden^ zu sprechen begonnen wurde, wie ich es beim Tode .... gethan hatte, nach dem Ausspruche R. Zehuda's im Namen Rab's: Die Tröstenden dürfen nicht früher zu sprechen beginnen, als bis zuvor der Leidtragende gesprochen, wie es heißt: Niemand redete ihn an, denn sie sahen, daß sein Schmerz sehr groß war. Darauf that Hiob seinen Mund auf. Da bediente ich mich auch des Ausdrucks: Weh ob des Bescheidenen, wehe ob des Frommen, wehe über den, der groß ist in Kairuan und dessen Name nach Palästina reicht. Und so wie in Granada, so veranstaltete ich auch eine Trauerfeier um ihn in Lucena und fertigte Briefe aus und sandte Boten damit aus nach Cordova und in die meisten der spanischen^ Städte, in denen allen dasselbe gethan wurde, was ich gethan hatte. Sicherlich zürnt der Hirt über seine Heerde und grollt der König seinem Volke, wie es heißt: Der Fromme schwindet und Niemand beachtet es u. s. w. u. s. w. Bei diesen Trauerreden bedienten wir uns darum der Worte: Es zürnt über seine Welt und raubt die Seelen und frohlockt ihrer gleich einer jungen Braut der Himmelsthroner, er jubelt unb frohlockt, wenn die Seele eines Schuldlosen und Frommen zu ihm kommt. In der Heftigkeit meines Schmerzes habe ich die folgenden geringfügigen Worte gedichtet, die ich nunmehr meinem Herrn zusende. Zum Schluffe will ich von ihm sagen, was die Frommen *) In dieser abgeblaßten Bedeutung der späteren Zeit scheint der Ausdruck hier bereits aufgefaßt werden zu müssen, da er sonst nicht gleichzeitig mit dem der Zeit nach um sechs Monate vorangehenden הספד und sogar vor demselben genannt werden durfte. Ueber die Feier אשכבתא im gaonäischen Zeitalter vgl. das belehrende Refponsum Natronai's שערי צדק III, 4—12, das auch Jsak ibn Giath mit besseren Lesearten uns aufbewahrt hat (שערי שמחה ed. Bamberger II, 68). Raschi lKethub. 103 b) scheint von diesem Responsum keine Notiz genommen zu haben, ebensowenig wie von den Parallelstellen im Jeruschalmi Cf- Levy, talm. Lericon s. v.>, da er .יזטא דאשכבתיר als Todestag erklärt. Bgl. Dukes, Blumenlese p. 277 und über die Bedeutung: Seelengedächtnitz Lampronti's פחר יצחק s. v. השכבה und I f. 4 a s. v. <חנם א^ין und Zunz, Nachtrag zur LG. p. 3.