Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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70 Zur Geonim-Literatur. Chuschiels Herkunft aus Pumbedita zweifle, dadurch sehr zweifelhast, daß die Worte einfach eine Anführung von Moöd Katan f. 25 a darstellen. Wenn trotz der sorgfältigsten Betrachtung der Handschrift, die ich in allen zweifelhaften Fällen der Lupe unterzog, das Verständniß des Einzelnen und ganz besonders des widerhaarigen aramäischen Gedichtes noch viel zu wünschen übrig läßt, so ist doch eine große Anzahl von Stellen erklärt, beleuchtet, durch richtige Lesung entstellter und durch Ergänzung noch kenntlicher, wenn auch beschädigter Worte in Ordnung gebracht und selbst die unverständlichen Stellen werden jetzt eher einen Erklärer herausfordern und finden, da nicht mehr die Hoffnung besteht, in der bisher einzigen Handschrift das Richtige anzutreffen. Jedenfalls wird das Trostschreiben jetzt in weniger zertrümmerter Gestalt vor den Leser treten, der aus dem getreu der Handschrift folgenden Abdruck sich die Ueberzeugung verschaffen wird, daß im Ganzen, da wohl beide Blätter eine Fortsetzung enthalten, nur wenige Worte fehlen, deren Zahl ich dadurch anzudeuten versuche, daß ich für jedes muthmaßlich fehlende Wort einen Punkt setze. Die Sicherheit dieser Beurtheilung wird nur dadurch einigermaßen verringert, daß die Zeilen zwar gleichmäßig beginnen, aber ungleichmäßig auslaufen. Es bedürfte eines ausführlichen Commentars, um jede auffällige sprachliche Erscheinung, jede ungrammatische Form, die wohl in vielen Fällen auf das Kerbholz des wenig kundigen, Buchstaben verwechselnden Schreibers zu setzen ist, jede Anspielung zu erläutern oder zu besprechen. Bei einem auf einer einzigen Handschrift ruhenden Texte wäre jedoch ein solcher Versuch vergeblich, minbestens gewagt. Es soll darum hier nur der verständliche Theil ohne ausführliche Begründung der Uebertragung wiedergegeben werden. Allzu Zweifelhaftes übergehe ich, um Sie nicht mit streitigen Vermuthungen zu behelligen. ״Trostschreiben an R. Chananel, das Samuel Hanagid Halevi an ihn gerichtet hat. Ueberschrift: An den, dem Strahlenglanz gleich Mose eignet, um dessentwillen man sein Volk auszeichnet, an unseren Freund R. Chananel von Samuel, dem Geringsten unter allen Weisen Gruß und Trost: