Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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17 Samuel b. Chofni und seine Schriften. Samuel die Geschichte des Propheten Secharja für das Epha und die Wagen (c. 5—6) auf natürliche Erscheinungen zurückführte, wobei er aber zu entfernt liegenden Hypothesen seine Zuflucht nimmt, die ben Balam nicht gefallen können. Immerhin läßt sich hierin seine edle Absicht erkennen; er dürfte sich hierbei auf einen Grundsatz im Talmud .stützen, daß Gott mit seinen übernatürlichen Wundern nicht sehr freigebig sei. Daher hatte er bei der Erwähnung der Wunder im Talmud und Midrasch stets das eine Wort ״dies ist nicht Halacha". Dagegen aber erfahren wir durch Hai Gaon und ibn Esra, daß Samuel den Glauben an die Wunder und prophetischen Erscheinungen in der Schrift festhielt")' und, wie wir aus seinem Commentar zum Pentateuch ersehen, glaubte er mit vollem Herzen, daß Gott seinen Auserwählten die Zukunft geoffenbaret habe. In Bezug aus Halacha und gesetzlich-praktisches Leben galt es ihm zum unverbrüchlichen Grundsatz, die talmudischen Regeln und Vorschriften in keiner Weise anzutasten (Note 11). So war Samuel einer von den Weisen in Israel, welche die Mitte zwischen den Extremen halten und es sich zur Aufgabe machen, einen Ausgleich zwischen Thora und Philosophie, zwischen Glauben und Vernunft herzustellen. Nach Jona ibn Gannach (Einleitung zum Rikma V—VI) war Samuel ein Verehrer des hebräischen Sprachstudiums und ermahnte seine Schüler, demselben mit Ernst sich zu widmen. Aus den Fragmenten seiner. Schrifterklärungen, die wir im hebräischen Theile des ״Magazin" bringen werden, wie aus den Anführungen bei ben Balam und ibn Esra erkennen wir auch seinen grammatischen Sinn. Gannach und Samuel Gamma theilen mit, daß Samuel es liebte, die Schrift nach ihrem natürlichen Wortsinne zu erklären und keine Rücksicht auf die Haggada des Midrasch zu nehmen, wo diese mit jenem in Widerspruch steht.") Schwierige Schriftstellen suchte er mit Hülfe des Verstandes klar darzulegen,") und vermeidete es, die Verlegenheiten durch Anwendung von Philosophemen zu heben, wie er überhaupt es unterließ, philosophische Anschauungen auf die Schrift zu übertragen, wie Saadia vor ihm und Maimonides u. A. nach ihm. Dagegen liebte er es, halachische Bestimmungen an gewisse Stellen der Schrift zu knüpfen, gelegentlich auch 2