Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 5 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Gott allein Zukünftiges und Verborgenes kenne, das er allerdings zuweilen seinen auserwählten Gesandten offenbare. Alle anderen Menschen aber, die sich eines solchen Wissens rühmen, seien Bettüger, wie es in Iesaia 19, 12 gerade vom Pharao heißt: ״Wo sind sie denn, deine Weisen? So mögen sie dir doch verkündigen und wissen, was Gott beschlossen!" Daher haben wir Nichts zu glauben, was in seiner Nichtigkeit klar vor Augen liegt, selbst wenn es Aussprüche von manchen unserer Früheren beträfe. Wir müssen solche Behauptungen mit unserem Verstände streng prüfen; gehört es zu den als nothwendig erkannten Sätzen, nehmen wir es hin, zü den Möglichkeiten, lassen wir sie zu, zu den Unmöglichkeiten aber, weisen wir es zurück. An einer anderen Stelle daselbst be- ׳müht er sich, Saadia zu widerlegen und nachzuweisen, daß auch solche Gesetze, bei denen die Schrift einen Grund nicht mitgetheilt habe, mit der menschlichen Vernunft vereinbart werden können, wenn wir uns hiefür nur ernstlich bemühen. Ferner theilen uns Jehuda b. Balam Ms. Petersburg Commentar zu Samuel I 28) und David Kimchi (z. St.) mit, nach Ansicht ben Chofnis -die Zauberin nicht in Wirklichkeit den Samuel aus dem Grabe habe aufsteigen lassen, sondern was sie gezeigt, sei das Werk der Gaukelei gewesen. Wenn auch die talmudischen Weisen anzunehmen geneigt seien, daß das Weibsen Todten lebend hcraufgeführt habe, so sei dies mit der Vernunft nicht zu vereinbaren und daher zurückzuweisen. Nach dem Zeugnisse des Maimonides (s. Munk, Guide I 462) hat ben Chofni auch gegen die Meinung derer augekämpft, welche die Ansangslosigkeit der Welt behaupten. Auch Abraham Maimun, der Sohn (Anfang des מלחמת 7״), zählt ben Chofni zu den großen Weisen in Israel, welche dem Glauben an jede Körperlichkeit des Schöpfers heftig entgegentraten. Nach Abraham ibn Esra (Commentar zu Lev. 16, 8) hat Samuel L. Chofni auch den für Asasel bestimmten Bock als ein Opfer vor Gott ansehen wollen, ohne Zweifel, um jeden Gedanken an den Götzendienst abzuwehren. So berichtet uns auch ibn Esra, daß Samuel sich bemühte, die Träume in der . Schrift nach natürlichen Gesetzen zu erklären/) wovon uns allerdings die Einzelheiten in dieser Erklärungsweise unbekannt geblieben sind. Von ben Balam (N8. Petersburg) hören wir,, daß