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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 9

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
5 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 9 (sequence 12)
Language
German
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Ueber falsche Zeugen. 9 Talmud sagt: עד וומם חידוש הוא (B. Kama 72 b), denn es könnten ■ ja auch die letzten Zeugen lügen und die ersten die Wahrheit gesagt haben. Allerdings müssen die letzten Zeugen genau erforscht und geprüft werden, wie Deut. 19, 18 nach der Paraphrase des jer. Targ. befiehlt; aber diese können ja Alles so genau mit ein-' ander verabredet haben, daß sie sämmtliche Prüfungen bestehen. Da wäre doch noch milder die Lehre, daß die Zeugen nur beim Selbstwiderspruch bestraft werden, denn bei einem solchen Falle läßt sich die Lügenhaftigkeit der Zeugen oft bis zur Evidenz Nachweisen. Da ferner nach Geiger die alte Halacha seststellte, nur ein Selbst- Widerspruch führe die Bestrafung der Zeugen herbei, so hätten die . Spätem, wenn sie milder sein wollten, zweierlei für nöthig erachten müssen: Selbstwiderspruch und Gegenzeugen. Die Lehre jedoch, daß letztere allein die Bestrafung herbeiführen, obgleich die frühere Halacha in diesem Falle die ersten Zeugen freispricht, wäre eine Strenge, welche sich die später» Gesetzeslehrer um so weniger erlaubt hätten, als sie ja bekanntlich bei Capitalprozessen ein besonders mildes Verfahren für geboten hielten und Einige sogar behaupteten: ״Wenn wir im Synedrion gewesen wären, so würde nie ein Mensch zum Tode verurtheilt worden sein" (Mischna Maccot I Ende). Zst aber die Annahme ausgeschlossen, daß die alte Halacha aus irgend welchen Rücksichten umgedeutet wurde, so ist die Erklärung des überlieferten Lehrsatzes: אין העדים — עצמן durch die Mischna (Maccot 1, 4), Toßefta und Sifre für authentisch zu halten, selbst wenn starke Gründe dagegen sprächen, und es ist daher jede Deutung dieses Satzes, die ihn in Widerspruch mit den! folgenden *כיצד setzt, von vorne herein zu verwerfen. Fragen wir nach dem grammatischen Sinn dieses Satzes, so haben wir vier verschiedene Lesearten in Betracht zu ziehen. 1) Die Ausgg. des babyl. Talmud lesen: את עצמך (Hifil) 2 .עד שיוימו) Sämmtliche - Mischna-Ausgg. Jerusch., Sifre und die spätem Aruch-Ausgaben haben: את עצמן (Kal oder Nifal)3 .עד שיזומו) Aruch ed. pr. liest: 4 .עד שמומו בעצמן) Endlich haben die Gaonen und R. Chananel עד שמומו עצמן gelesen (s. Migdal Chananel S. 5 f.). Nur die erste am meisten verdächtige LA. der Talmud-Ausgaben erträgt die Erklärung Geigers, und auch diese nur mit Zwang. Geiger spricht zwar immer

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