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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 4

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
5 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 4 (sequence 7)
Language
German
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4 H offmann Zeuge nicht bestraft wird, weil dessen Zeugniß auch dem Angeklagten nicht geschadet hätte (Deut. 19, 15). Das Wort עד in unserem Gesetze wird daher vom j. Targ. stets ohne Ausnahme entweder mit "סההו Zeugniß" (wie ja auch die Thora selbst גל עד mit יגר שהדותא identificirt) oder, collectivisch gefaßt, mit סהדץ״ Zeugen" übersetzt. Ja sogar das *עד אחד in V. 15 wird mit "סהדו דחד das Zeugniß eines Einzelnen" wiedergegeben. Bei dem Satze עד שקר ד,עד will nun das Targ. das עד einmal mit םד,דו und das andere Mal mit סהדץ übertragen, und da es sich nicht gut sagen läßt: ״ein falsches Zeugniß sind die Zeugen," so wird das kleine Wörtchen בפום hinzugefügt, und die Paraphrase lautet: ״ein falsches Zeugniß ist im Munde der Zeugen." Wahrhaft lächerlich ist es nun, wie Geiger S. 197 diese einfachen Worte des Targum verdreht. Er versteht darunter, das falsche Zeugniß sei durch den eigenen Mund der Zeugen erwiesen, und dies klingt ihm ganz wie das m rov UToiiaioi; airwv iperöoii. des Susanna-Buches. Der vorhergehende Satz, ״der diesem geradezu widerspricht, muß sich dann natürlich gefallen lassen, als späterer Zusatz oder als corrumpirt erklärt zu werden!! Ebenso widerspricht der Geiger'schen Ansicht eine Baraita des R. Jsmael, den Geiger zu wiederholten Malen als Vertreter der alten Halacha bezeichnet. R- Jsmael leitet aus Deut. 19. 165 die Lehre ab: עד שתוסר (*גופה של עדות (Maccot 5 a). Auch diese Stelle citirt Geiger (1. c.) als Stütze für seine Ansicht, indem er sie nach der sinnlosen Leseart der Ausgg. übersetzt: ״bis das Zeugniß selbst in sich abweichend ist!" גופה של עדות heißt aber ״das Wesentliche, die Hauptsache des Zeugnisses." So heißt auch:!גופו של גג ״das Wesentliche des Scheidebriefes" (M. Gittin, 9,3),״ גופי תודהdie Hauptlehren der Thora" (M. Chagiga 1, 8).**) R. Jsmael hat also schon die Halacha so vor sich gehabt, wie sie die Mischna gibt, und er sucht sie aus dem Schriftworte herzuleiten, indem er das סדה als ״etwas vollständig Entferntes, d. h. Grundfalsches" faßt. Es muß daher beseitigt werden (״ (שתוסרdas Wesentliche des *) So richtig Aruch v. זמם; vergl. Rasch!.zu Deut. 19, 16. In den Druckausgg. heißt es .שחסרה ״ (**Das Zeugniß selbst" würde dagegen in der talmudischen Sprache רוח?!!מה? oder גופה nn? heißen.

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