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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 2

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
5 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 2 (sequence 5)
Language
German
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2 Hoffman» diese Lehre zu finden und der Talmud selbst an mehreren Stellen behauptet, das Gesetz von ווממין sei etwas Auffälliges (חידוש). Dennoch aber will Geiger in seiner ״Urschrift" S. 195 ff. darthun, daß man in älterer Zeit einer andern Theorie gefolgt und daß die talmudische Lehre jüngern Ursprungs sei. Nach der ältern. Halacha (die, wie Geiger meint, sich noch nicht weit von der Lehre der Sadducäer entfernt habe) wäre die Lügenhaftigkeit der Zeugen dadurch erkannt worden, daß sie selbst einander widersprachen. Dies lehre die Geschichte der Susanna. Die zwei Aeltesten, welche bezeugten, daß Susanna ein Verbrechen begangen hätte, wurden von Daniel dadurch als Lügner erkannt, daß sie sich in Bezug auf den Baum, unter welchem das Verbrechen begangen worden sein soll, widersprachen. Dadurch stellte sie Daniel hin als solche, ״welche nach ihrer eigenen Aussage Lügen bezeugt hatten (ix tov atö/xazog avrcöv yeudofiaQTVQrjaavTss, V. 61)." Darauf that man ihnen, wie sie zu thun gedachten ihrem Nächsten und tödtete sie nach dem Gesetze Moses' (V. 62). Demgemäß solle anch die eben citirte Halacha: אץ העדים —עצמן sagen wollen, die Zeugen werden erst dann als lügenhaft erkannt, wenn sie sich selbst zu lügenhaften inachen, d. h. durch eigenen Widerspruch die Falschheit ihrer Aussage documentiren. Dasselbe meine auch Sifre zu Deut. 19, 16 mit den Worten: מגיד שאינו חייב עד שיכחיש את עצמו. Dies (nämlich die Worte ,לענות ,בו םדד) lehrt, daß er nicht eher bestraft wird, bis er sich selbst zum Lügner macht. Noch klarer soll dies ausgesprochen sein in folgenden Sätzen des Sifre zu Deut. 19, 18: מנין שהעד עושה עצמו שקר ת״ל והנה עד שקר ומנין שעושה חבירו שקד ת״ל והנה עד שקר העד• (Woher ist bewiesen, daß der Zeuge sich selbst zum Lügner machen kann? Aus den Worten ״und siche ein falscher Zeuge." Und woher wissen wir, daß er seinen Mitzeugen zum Lügner machen kann? Aus den Worten ״und siehe ein falscher Zeuge der Zeuge.") Diese Ansicht aber wäre der späteren juristischen Auffassung zu strenge gewesen; sie erklärte, daß ein solches widersprochenes Zeugniß allerdings ungiltig sei, aber nicht bestraft werden könne; nur der Zeuge sei strafbar, dem durch andere Zeugen nachgewiesen wird, daß er gar nicht an dem Orte gewesen sei, wo angeblich das Verbrechen vorgefallen. Die Mischna

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