Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 4 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 160)
- Language
- German
- Belongs to
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158 Hoffman» Literatur" von Brüll mit ausführlicher Begründung vorgetrageir finde. Da ich jedoch in meinem Aufsatze eine Quelle herbeigezogen, die Brüll nicht berücksichtigt hat, so sei die betreffende Stelle aus dem Literaturbl. (1877 S. 6) hier nochmals für die Leser des ״Magazin" abgedruckt: ״Simon (ben Schetach) wurde vom Könige (Alexander Janai) in das Synedrion berufen. Er war der einzige Pharisäer in dieser Versammlung, denn seit der Verfolgungszeit war diese Körperschaft aus lauter sadducäischen Mitgliedern zusammengesetzt, die noch dazu in Bezug auf ihren sittlichen Charakter übel berüchtigt waren. Ein Zeitgenosse, der bereits oben erwähnte Verfasser des 4. salomonischen Psalms, ruft diesen Synedristen zu: ״Waruni sitzet ihr, Unheilige, im Synedrion, da doch euer Herz ferne ist vom Herrn und ihr mit Uebertretungen den Gott Israels reizet!" Ferner: ״Ihre Augen stehen auf jedes Weib ohne Unterschied, ihre Zunge lügt selbst beim eidlichen Vertrage." In dieser Zeit scheint auch die bekannte Erzählung von Susanna und Daniel geschrieben worden zu sein. Die Aeltesten, welche der Susanna nachstellen und sie dann anklagen, sind eben Richter von dem Schlage, wie sie der erwähnte Psalmist schildert. Daniel weist das Volk zurecht, daß es ein Todesurtheil fällt, ohne die Sache zu untersuchen und genau zu erforschen. Dies war Sadducäersitte, strenge im Gericht zu sein und voreilig zu verurtheilen; Simon ben Schetach dagegen lehrte, sehr sorgfältig die Zeugen zu erforschen. Zuletzt wird aber den ruchlosen Aeltesten gethan, wie sie ihrem Rächsten zu thun gedachten. Dies ist auch eine Demonstration gegen die Lehre der Sadducüer, welche gegen falsche Zeugen ausnahmsweise milde verfuhren und sie nur dann mit dem Tode bestraften, wenn der Angeklagte in Folge ihres Zeugnisses thatsächlich hingerichtet worden war." In einer Note daselbst habe ich den Verstoß des Buches Susanna gegen Mischna Mackoth I, 4 bemerkt, worüber ich anderer Ansicht bin als Geiger, dem auch Brüll beistimmt. Mein Aufsatz, worin ich Geigers Ansicht ausführlich widerlegt habe, kann jedoch wegen Mangels an Raum erst im ersten Quartalhefte des Jahrg. 1878 zum Abdrucke kommen.