Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 4 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 159)
- Language
- German
- Belongs to
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Ableitung des Wortes נער. 157 Kampf führte, einmal מיניו und dann נערים genannt werden kannten. Demgemäß ist in Gen. 37, 2 והוא נער את בני בלהה im Sinne des Ramban wohl so zu übersetzen: und er war (dienender) Zögling der Söhne Bilha's, d. h. daß der Vater diesen die Pflege und Erziehung Josefs anvertraut hatte. Wenn es in Exod. 2, 6 heißt .ותפתח ותראהו את הילד והנה נער בבר, so will die Schrift sicherlich ילר von נער unterscheiden, nicht durch das Lebensalter, da es ja ein und dasselbe Kind ist. Ja es ist auffallend, daß Mose bis dahin und hinterher bis V. 11 ילר genannt wird, nur in dieser einen Bemerkung נער heißt. Fein und meisterhaft hat die Schrift hier die ganze Seele der liebevollen Königstochter mit einem Federstriche gezeichnet, und was seitenlange Monologe in einem Drama nicht hätten ausfüllen können, das sagt hier ein Wort. Daß ein des elterlichen Schutzes, erziehungsbedürftiges Wesen hier preisgegeben ist, schutzlos im Moment und zuchtlos für die Zukunft, dem all das Elend einer verwahrlosten Entwickelung des Leibes und der Seele droht, das erfaßt das Herz der Königstochter ותחמל עליו. Ebenso gewinnt die Stelle ירהבו נער בזקן an Prägnanz. Es erhebt sich (lehnt sich auf) der Zögling gegen den Meister, der Schüler gegen den Lehrer. Wenn es von Samuel heißt והנער נער, so ist es auch so zu fassen: Und der Knabe wurde Zögling (trat in das Erziehungs- und Schülerverhältniß zu Eli). Es führt hier zu weit, allen Bibelstellen zu folgen; es ist aber das wohl als gesichert anzunehmen, daß נער in der Bedeutung Zögling u. s. w. eine neue und prägnante Auffassung vielen derselben verleiht. Lengsfeld. Or. Kroner. Bemerkungen. 1) In dem von mir zu Anfang dieses Jahres im Literaturblatt der ״jüdischen Presse" veröffentlichten Vortrag ״Simon ben Schetach und seine Zeit" habe ich eine Hypothese über die Zeit und Tendenz des Susanna-Buches ausgesprochen, die ich jetzt in dem eben erschienenen 3. Jahrg. der ״Jahrbb. für jüdische Geschichte und 11'