Mannheim
Compact Memory

Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 138

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
4 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 138 (sequence 140)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2572068-2572069-2572070--0207-2572353
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

138 Hoffman» Die Spenden, welche Gott dargebracht werden, führen auch sonst den Namen תרומה und wird bei denselben auch zumeist das Verb הרים angewendet (vgl. Lev. 2, 9; 4, 8; 10; 19; 6, 8). Der Schenkel, welcher beim Einweihungswidder als Terumah Gott gespendet wurde, sollte später deni Priester gegeben werden, und deshalb wird derselbe immer שוק התרומה genannt. Die Brust dagegen wurde beim Einweihungsopfer (nach Exod. 29, 26) Moses, als dem damaligen fungirenden Priester, zum Antheil gegeben. Sie wurde nicht als Terumah gespendet; nur eine Webung (Tenupha) wurde mit ihr vorgenommen. Daher heißt sie überall nur הוה התנופה. Daß der Schenkel ebenso wie die Brust gewoben wurde, lehrt Lev. 9, 21 und 10, 15 ausdrücklich. Er wird aber nicht Tenupha, sondern als der vorzüglichste ursprünglich Gott zugehörige Theil des Opfers Terumah genannt*) (vgl. besonders Lev. 7, 32). Vergleicht man ferner Exod. 29, 27—28 mit Lev. 7, 34, so drängt sich die Ueberzeugung auf, daß erstere Stelle bereits die letztere Verordnung im Auge hat und darauf vorbereitet und daß die beiden Vorschriften, die so viele Ausdrücke und Wendungen gemeinsam haben, in ein und derselben Zeit gegeben worden sind. Der Abschnitt Exod. 29 aber, der die Einweihung der Stiftshütte und die ersten Opfer anordnet, bildet die Grundlage der ganzen Opfergesetzgebung, will in jedem Satze als in der Wüste entstanden gelten und muß jedenfalls von jedem Unbefangenen als die älteste ausführliche Opferordnung betrachtet werden (vgl. weiter unten den 4. Theil dieser Abhandlung). Sonach kann auch unser Abschnitt, Lev. 7, nicht erst in der nachsalomonischen Zeit entstanden sein. Daß der Text der V. 31—33 nicht geändert werden darf, ist oben S. 66 ff. klar dargelegt, wo zugleich die Unterschrift V. 35—36 erklärt wurde. Wenn aber Merx (l. c. S. 48, 53 f., 63, 66, 167, 170) auf einige Spracherscheinungen in C. 6 und 7 hinweist, die eine spätere Abfassung derselben verrathen sollen, so können wir zunächst darauf erwidern, daß die angeblich uncorrecte Sprache durch die *) Auch sonst finden wir, daß der Schenkel als das vorzüglichste Stück dem Ehrengäste als Antheil gegeben wurde 1. Sam. 9, 24, wobei auch der Ausdruck ויום gebraucht wird.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.