Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 4 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 139)
- Language
- German
- Belongs to
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Opfergesetze. 137 wie Keil meint, bloß von den geopferten Thieren; אשר יקריב ממנה heißt nicht: ״wovon man opfert", sondern ״wovon man opfern kann", vgl. Lev. 27, 9 und 11). Dieses Verbot wird passend dem Speisegesetze des Friedensopfers angeschlossen, denn es ist auch ein Speisegesetz, das von allen reinen zum Opfer brauchbaren Thieren etwas verbietet und mit der Opserthorah im engen Zusammenhänge steht. Hierbei ist zu bemerken, daß die Worte: ״und Fett von Gefallenem und Fett von Zerissenem kann zu jedem Werke verwendet werden, aber essen dürfet ihr es nicht" klar und deutlich darauf Hinweisen, daß diese Vorschriften den Israeliten in der Wüste gegeben wurden. Es wäre sonst auffallend, warum nur Fett von Gefallenem und von Zerrissenem und nicht auch von gewöhnlichen geschlachteten Thieren zur Arbeit verwendet werden kann. Ist aber diese Vorschrift in der Wüste gegeben worden, so erklärt sich dies einfach aus Lev. 17, 3—6, wonach es damals verboten war, Rind, Schaf oder Ziege im Lager oder außerhalb des Lagers zu schlachten, man mußte vielmehr dieselben als Friedensopfer Gott weihen und das Fett auf den Altar bringen. Es konnte daher nur Fett von gefallenen und zerrissenen Thieren zu jeder Arbeit gebraucht werden (vgl. Wesseli's Comment. zu Lev. 7, 24). Beim Eintritt in das heilige Land wurde das Verbot von Lev. 17, 3 aufgehoben (vgl. Deut. 12, 20 ff.). In gleicher Weise lassen Form und Inhalt des folgenden Gesetzes über die Webung und den Priesterantheil beim Friedensopfer schließen, daß die Gesetzgebung in der Wüste ihren Ursprung hat. Das Gesetz, das aus dem oben S. 75 angegebenen Grunde an die Kinder Israels sich richtet, steht im engsten Zusammenhänge mit den Vorschriften über das Einweihungsopfer in Exod. C. 29, wo einzig und allein die Erklärung der im Opferritual gebrauchten isrwiui חזה התנופה und שוק התרומה zu suchen ist (vgl. außer unserer Stelle noch Lev. 10, 14; 15; Num. 6, 20; 18, 18). Beim Einweihungswidder wird Exod. 29, 22—25 angeordnet, den Scheukel mit den Fettstücken aus dem Altar aufdampfen zu lassen. Nach ibid. V. 24 soll zwar mit diesen Opfergaben eine Webung (תנופה) vorgenoinmen werden, dennoch aber wird der Schenkel (ibid. V. 27) שוק התרומה genannt und bei ihm der Ausdruck הורם gebraucht.