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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 96

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
4 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 96 (sequence 98)
Language
German
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96 Kohn Bringt1). Wie aus der positiven Form seiner Angaben: גם ידעהו׳ שכתב hervorzugehen scheint, dürfte er in Frankreich, vielleicht gar in Corbeil selber gewesen sein, wo er diese Daten gesammelt haben mag; später hat er in Böhmen, wahrscheinlich in Eg er, gelebt, denn das im Gegensatz zu Aschkenas gebrachte באלו המלכיות kann sich nur auf die österreichischen Kronländer beziehen, wozu noch der Umstand kommt, daß der Cod. in Eger in Böhmen geschrieben worden ist. Als Sterbetag Zsaak's v. Corbeil ist hier, im Gegensatz zu den diesbezüglichen Angaben im Zuch assin und Schalscheleth, mit denselben Worten wie im Semak-Msc. der Pariser National-Bibliothek Nr. 221; genau Montag, d. 28. Zjjar 5040, d. i. d. 29. April 1820 angegeben 2). Das Bemerkenswertheste in dieser Relation ist die bestimmt auftretende Angabe, Zsaak v. Corbeil habe noch ein zweites, eigens für Frauen berechnetes Gesetzescompendium geschrieben. Der entsprechende Passus ist in den Ausgg. arg verstümmelt. Das daselbst zwischen Klammern gegebene לומר ist offenbar späterer Zusatz, durch welchen die hier arg verstümmelte, undeutliche Fassung dahin erklärt werden soll, Isaak v. Corbeil habe auch den Auftrag gegeben, den Frauen die sie betreffenden Ge- und Verbote mitzu theilen, eine Auffassung, der aber das folgende ותועיל להן הקריאה והדיקדוק בת; וכוי, dem Msc. noch והתלמוד hinzufügt, geradezu widerspricht, welches direct auf das Lesen und sorgsältige Studiren dieser Gebote hinweiset. Es ist also unstreitig von einem für Frauen bestimmten Gesetzescompendium die Rede, das, vorausgesetzt, daß es wirklich existirt hat, wahrscheinlich in französischer, mit hebräischen Wörtern untermischter Vulgärsprache geschrieben war; sollte es, gleich dem Semak, in hebräisch-rabbinischer Sprache abgefaßt gewesen sein, so muß Zsaak v. Corbeil den zeitgenössischen jüdischen Frauen viel einschlägiges Wissen zugetraut haben, wenn er ihnen das Lesen, genaue Erforschen und Studium dieses Buches empfiehlt und als für sie ebenso heilbringend hinstellt, ״wie es das Studium des Talmud für die Männer ist". *) S. Krafft 1t. Deusch a. a. O. S. 63. 2) Bgl. Carrnoly, 1a france israelite, S. 45.

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