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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 36

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
4 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 36 (sequence 38)
Language
German
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36 Salzer unverheirathet, als daß man dieses Gebot übertrete, wenn auch die jüdische Nation dadurch aus der Welt verschwinde. Das Volk und die Gesetzeslehrer waren sehr aus der Hut, religiöse Gebräuche öffentlich auszuführen; aber es fehlte nicht an römischen Aufpassern und an Verräthern in ihrer eigenen Mitte, die auch heimliche Religionsausübungen zur Kenntuiß der römischen Behörde brachten. Dadurch entstand ein Blutregiment, das die Grausamkeilen Domitians noch übertraf, und dem nur die Gräuel des Antiochus Epiphanes an die Seite gesetzt werden können. Die Juden gebrauchten daher für diese Zeit die Bezeichnung שעת השמד. An diesen Ausdruck knüpfte sich alles Peinliche und Entsetzliche, das einen unwillkürlichen Schauder erregen muß. — Ein späterer Rabbi sagte/) daß er bereitwillig sein Leben zur Ehre Gottes hingeben würde, aber sich solchen Martern freiwillig zu unterziehen, wie man sie zur Zeit des Hadrianischen Vernichtungssystems anwendete, wäre er nicht im Stande. Von bedeutenden Männern, welche diesem unmenschlichen System zum Opfer fielen, werden zehn angegeben. Unter diesen befindet sich auch N. Akiba. Seine politische Thätigkeit scheint den Römern nicht bekannt geworden zu sein, aber seine religiöse war für ihn verhängnißvoll. Wir haben Akiba als einen Mann kennen gelernt, der für sein Volk und seine Religion überaus begeistert war. Ihn konnte nicht die Furcht vor irdischer Strafe abhalten, sich mit der Lehre zu beschäftigen und Lehrvorträge zu halten. Bei letzterer Thätigkeit betroffen, oder wegen derselben verrathen, wurde er in den Kerker geworfen. Dies geschah in Cäsarea^) am 5. Tischri?) Vorher hatte ihn schon ein Pappus b. Jehuda gewarnt, sich doch nicht der Gefahr auszusetzen, die ihm bei Uebertretung des kaiserlichen Ediktes drohte. Akiba antwortete mit folgender 1) Midr. zu Schir Hasch. 2,7. (828 י(ד חיי8 2ר 2) Semachot VIII. 3) Haiachat Gedolot ed. Wien 32.

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