Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 4 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
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4 Hoffmann Sündern kommend Gott keinen angenehmen Geruch gewährten. Diese Behauptung ist nicht begründet. Der Ausdruck אשה לד wird öfters der Kürze halber für אשר, ריח ניהח לד gebraucht. So steht beim letzten Speiseopfer C.' 2 V. 16 blos אשר, לד, ebenso bei dem Friedensofer C. 3, V. 11; (vgl. noch Lev. C. 23, VV. 8, 25, 27, 36, 37 mit Num. C. 28, V. 24, C. 29, VV^ 2, 8, 13, 36). Nun aber werden die Opferstücke des Schuldopfers C. 7, V. 5 ebenfalls אשר, לד genannt, und es darf auch nicht auffällig sein, wenn beim Sündopfer ריח ניחח לד vorkommt. Außerdem ist die Annahcke) daß es einem Sünder nicht ziemt, Gott einen angenehmen Geruch zu bereiten, grundfalsch. Müssen doch viele, die ein Sünd- oder Schuldopfer zu bringen haben, noch nebenbei ein Ganzopfer ״als eine Feuerung des Wohlgeruches dem Ewigen" darbringen, vgl. Lev. 14,10 ff. Num. 6, 14; 15, 24. Wir sehen also, daß auch der Sünder würdig ist, einen ריח ניחח dem Ewigen zu bereiten. Allerdings muß die Sühne vorangegangen sein, und ׳deshalb gilt auch der Grundsatz, daß das Sühnopfer jedesmab vor׳ dem Ganzopfer zu bereiten sei; allein die Sühne ist ja auch bei jedem Sünd- und Schnldopfer der Räucherung der Fettstücke vorangegangen, denn die Sühne wird durch die Gabe des Blutes an den Altar bewirkt (vgl. C. 17, V. 11). Ist aber die Sünde während der Verdampfung bereits gesühnt, so können die Fettstücke als ״eine Ferierung des Wohlgeruches" zu Gott aufsteigen. Daß beim Sündopfer sonst ריח ניחח nicht vorkommt, mag seinen Grund darin haben, daß der eigentliche Zweck des Sündopfers nicht ist, einen ריח ניחח zu bereiten, sondern wie Rachmanides in seinem Commentar zu C. 4, V. 2 bereits erklärt, um die durch die Sünde befleckte Seele zu reinigen und Gott wieder zu nähern, (vgl. auch Wessely's Commentar zu 4, 81). So haben sich uns die wenigen Bedenken, welche man gegen die Integrität der in Lev. 1—5 enthaltenen Opfergesetze erhoben, als grundlos erwiesen. Mehr Angriffe hat die zweite Abtheilung der Opfergesetze, Lev. 5—7 von Merx (I. o. S 40 ff.) erfahren. Durch seine kritische Untersuchung ist er zu dem Resultate gelangt, daß Lev. 6—7 aus drei verschiedenen Be-