Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 3 (1876)
- Issue
- 1 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Berliner Leiden und Verfolgungen haben ihn bisher gehindert, diese Arbeit ganz zu vollenden. Auch spricht er die Absicht aus (Bl. 262), eine besondere Schrift über das Wesen der verschiedenen Opfer abzufassen, die er mm m ספר benennen wolle. — Außer seiner großen Vorliebe für die Metaphysik, für die ihm gerade ibn Esra's Commentar so reiche Gelegenheit bietet, bemerkt man bei Mosconi entschieden auch einen grammatischen Sinn, der ihn gern an die Erörterung der Subtilitäten in der Sprache herantreten läßt. Er hält das Studium der Grammatik für sehr wichtig; er ärgert sich über Diejenigen (Bl. 271b), welche die Wissenschaft der Grammatik geringe halten, (שילעיגו העניים כדעת על דקדוקי חכמת הדקדוק ויקראום דקדוקי עניות), während sie der Anfang aller intellectuellen Bildüng des Menschen sei. (וחכמה היא ואינה מלאכה ואם תקדא מלאכה הלא היא מלאכת ד). Er führt eine Schrift an ספר טעמי המכמא, worin er Gründe für die plena und defectiva, für die offenen und geschlossenen Abschnitte der Tora, für die Vocale und Accente gegeben habe. — Beachtenswerth ist die stylistische Darstellung, welche Mosconi eigen ist. Es ist der Musivstyl jener Zeit, der in der Bemühung, eine redebildnerische Zusammensetzung selbstständiger Gedankenreihen aus, der Schrift und dem Talmud entlehnten, Phrasen herzustellen, häufig ganz überladen erscheint und schwülstig wird, nicht selten aber auch ganz überraschend wirkt durch den leicht versteckten Witz, den das oft feilte und reizende Wortspiel dem aufmerksamen Leser zur Lösung bietet. Man wird dies in der mitgetheilten Vorrede an vielen Stellen wahrnehmen; doch zugleich den Unterschied bemerken, der in dem Witze liegt, den die Schreibweise unseres Comme,ltators an den Tag legt, und dem, den der italienische Immanuel und wiederum anders der spanische ibn Esra uns offenbart 8). 8) Ein klassisches Musterbild vom Musivstyl gewährt eine Schrift des ibn Wakkac (in einer Handschrist der Vaticana), die wir in einem andern Hefte des hebr. Theils zu veröffentlichen gedenken.