Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 3 (1876)
- Issue
- 1 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Bether. hätten, weil er seine niessianischen Versprechungen nicht erfüllen konnte. An diese Agada machte sich dann ein Späterer, um mit ihr das Wort «2m etymologisch zu verleumden. Der plumpe Witz des Schimpfnamens pasit ganz für den Verfasser des Schalschelet Ha-Kabbala und ähnliche Geister; daß aber ein Ewald ihn fortgepflanzt (Gesch. d. V. I. VII, 407 2. A.), mußte unerwartet sein, nachdem er bei Grätz die Sachlage deutlich auseinandergesetzt finden konnte. Die Gelehrten aber haben ihn nur getödtet, aber nicht beschimpft, und wo sie ihn mit ihren unhistorischen Angaben beschimpften, da konnte man sagen, aus dem beabsichtigten Tadel blickt ein unbeabsichtigtes Lob durch. So die Angabe, daß er durch eine Schlange getödtet wurde, weil er, auf seine persönliche Kraft trauend wie die Titanen den Himmel herausforderte, fallen mußte. Mit andern Worten bezeugen die jüdischen Erzähler hier nur, daß er wirklich persönliche Kraft genug hatte, um siegreich zu sein, und diese schreiben sie ihm ihrerseits mit fabelhafter Uebertreibung zu. — Wir haben gesehen, daß der jüdische Befreiungsheld von römischer Seite gar nicht als blutiger Verfolger angeklagt wird, daß dies nur geschieht von Seiten einiger Judenchristen und namentlich von jenem Ariston, dem Abkömmling der Ausreißer in Pella. Die Münzen des letzten Kriegsfürsten der Juden zeigen alle von den Zwecken der Erhebung und von seiner Bescheidenheit. Er nennt sich nicht König und nicht Messias, sondern einfach [שמעו und נשיא ישראל, während die andere Seite לגאלת ישראל להרות ירושלם und dgl. trägt. Vielleicht werden noch andere Münzen, oder noch verloren geglaubte Handschriften entdeckt, aus welchen der Charakter und die Thaten dieses inerkwürdigen Mannes mehr beleuchtet werden könnten, als bisher durch das Schweigen seiner Feinde im Felde und durch sein inniges Verhältniß 5« N. Akiba geschehen konnte. Wir wenden uns jetzt zum letzten Schauplatz seiner Thaten, d. h. zur Stadt Tur Malka oder Bether.