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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1876-01-01 · 1 (1876) · p. Seite 22

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
3 (1876)
Issue
1 (1876)
Date
1876-01-01
Page
Seite 22 (sequence 25)
Language
German
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22 Oppenheim den bedeute, welche nach Argumenten und Schlüffen urtheilten, da doch ohne Argumente und Vernunftschlüffe keine Denkthätigkeit gar möglich ist. Die Discussionen des Talmud von der ältesten bis in die späteste Zeit beruhen auf Argumenten, Schlüssen und Meinungen, הנרות, und es ist nicht abzusehen, warum gerade die Epigonen der Talmudperiode sich dieses Prädicat beigelegt haben sollen. Grätz, Geschichte V, 17, sucht wohl diese Erklärung etwas plausibler zu machen, indem er sagt: ״Von dieser Seite ihrer Thätigkeit, dem Feststellen der religiösen und richterlichen Praxis nach Abwägen des Für und Wider, erhielten die nachamorüischen Lehrer den Namen Saburäer, weil sie nach Beurtheilung der verschiedenen Meinungen, Sebara, die endgiltige Entscheidung getroffen haben". Allein das Feststellen der religiösen und richterlichen Praxis nach Abwägen des Für und Wider war ja ebenfalls das Bestreben der Amoraim und der Tanaim und gerade von den Saburaiin, dis nur wenige Zugaben dem Talmud beigegeben, hat sich hierüber geschichtlich gar nichts erhalten. Was daher Dr. Grätz von der Thätigkeit der Saburäer behauptet, läßt sich historisch am wenigsten Nachweisen, da sich im Talmud nicht eine einzige Entscheidung der Saburäer erhalten hat. Luzzatto, Kerem Chemed I V, 187, der mit Recht alle die bisherigen Erklärungen als nichtig und falsch verwirft, versuchte aus einer Stelle, Jerus. Sabbat III, 3 nachzuweisen, daß Suburäer Schüler bedeute, womit sich die Nachfolger bescheiden genannt wissen wollten. Allein Luzatto hat die Talmudstelle: מה יעביד הדין סבוךא דלא יל־ף ולא שמש unrichtig ausgelegt. Schon der alte, anonyme Commentar der Krakauer Ausgabe erklärt das Wort סבורא als Spottname mit ,מקיז דה בעל תענוג Aderlasser, Weichling, der nicht studirt und nicht praktizirt hat. HS. Aruch 8. v. 4 מבר Aderlässen, z. B. האי מאן דממובר, wer sich zur Ader läßt). Die Bedeutung מבורא, Schüler findet sich also nirgends! Ja, wenn man schon die Erklärung des anonymen Commentators verwirft, so läßt sich eher מבורא auf קבר, Targ. Jonathan 1. Könige 3, 9;ותתן לעבדך לב

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