Mannheim
Compact Memory

Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1876-01-01 · 1 (1876) · p. Seite 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
3 (1876)
Issue
1 (1876)
Date
1876-01-01
Page
Seite 18 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2572068-2572071-2572072--0023-2572169
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

18 Hoffmami Mitte des ersten Monats fallen, die Opfer bestimmen, nnd er ordnete dabei an, daß schon am ersten Tage der betreffenden Monate ein Sündopfer znr Entsündigung des Tempels dargebracht werde. VV. 18—19 schreiben also vor, am ersten Nißan ein Tempel-Sühnopfer zu bringen, darauf befiehlt V. 20 für den ersten Tischri dasselbe Opfer. (Beide sind keine Festopfer und werden deßhalb nicht vom Nasi bereitet). Sodann spricht der Prophet wieder von! Monat Nißan VV. 21—24 und bestimmt die Festopfer der sieben Peßachtage; endlich befiehlt V. 25 im Tischri am Hüttenfeste dieselben Opfer zu bringen*). Daß Ezechiel am ersten Nißan und ersten Tischri znr Vorbereitung zu den großen Festen, die in diesen Monaten stattsinden, das Heiligthum entsündigen lassen will, darf uns nicht so sehr auffallen. Es wäre falsch zu glauben, der Pentateuch befehle, nur einmal im Jahre, nämlich am Versöhnungstage, das Heiligthum zu entsündigen. Der Versöhnungstag ist allerdings dazu bestimmt, die größte vollständigste Sühne zu Vollbringen. Da wird nicht nur das Heiligthum, sonder» auch das Allerheiligste gesühnt (vgl. Exod. 30, 10; Lev. 16, 16 ff); aber dieselbe Ceremonie, die am Versöhnungstage im Heiligthum geübt wird, soll nach Lev. 4, 5—7; 16— 18 jedesmal vollzogen werden, wenn der Hohe- Priester oder die ganze Gemeinde Israel gesündigt hat. In diesem Falle muß also auch das Heiligthum, und zwar hier nur das Heiligthum und nicht das Allerheiligste, durch einen Sündopferstier entsündigt werden. Ezechiel spricht merkwürdiger Weise auch nur von einer Entsündigung des Heiligthums (45, 18) oder des Hauses (45, 20), erwähnt aber nicht, daß das Allerhciligste besonders gesühnt werde, obgleich er zwischen dem Heiligthum und dem Allerheiligsten genau unterscheidet und letzteres קדש הקדשים nennt (41, 4). Er bestehlt auch nicht von dem Blute in das Allerheiligste zu tragen, wie dies für den Versöhnungstag (Lev. 16, 14—15) vor- *) Vgl. die Abhandl.: Die Zeit der Omerschwingmig, S. 18 f und S. 56 f.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.