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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1876-01-01 · 1 (1876) · p. Seite 10

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
3 (1876)
Issue
1 (1876)
Date
1876-01-01
Page
Seite 10 (sequence 13)
Language
German
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10 Hoffinanu in dieser vierzehntägigen Eimveihungsfeier zweimal danebeir der Sabbat gefeiert worden ist. Sowie die Schrift bei ihren Lesern voraussetzte, es sei ihnen bekannt, daß alle 7 Tage ein Sabbat ist, ebenso konnte sie voraussetzen, daß der Versöhnungstag von Allen gekannt wird. In der Schrift ist also gar keine Andeutung davon, daß die Versöhnungsfeier nicht begangen worden*). Nur N. Jochanan in [9 מועד קט a behauptet אותו שנה לא עשו ישראל את -יוה״כ; doch sagt der Talmud auch nur, daß sie das Fasten nicht beobachtet haben, weil אין שמחה כלא אכילה ושתית, die andern Gesetze des Bersöhnungstages haben sie aber selbst nach dem Talmud gehalten. Was nun das Fasten am damaligen יה״כ betrifft, so müssen wir ja nicht dem agadischen Allsspruche des Talmirds beipflichten, wir können mit Abarbanel annehmen, sie haben zwar auch am יה״כ■ das Einweihungsfest gefeiert, inbem sie Festopfer bärgebracht; gegessen wurde aber an diesem Tage nicht (vgl. auch Jbn Esra zu Nuin. 7, 48). Wenn wir aber der Ansicht des Talmuds folgen wollen, so können wir auch den plausiblen Grund annehmen, den der Talmud dafür angibt, daß man i>l diesem Jahre ain יה״כ gegessen, weil man durch einen קל והמר schloß, die Einweihungs-Opfer dürften auch am Bersöhnungstage verzehrt werden. Noch wichtiger und schlagender soll eine andere Spur sein. Ja Nehemia c. 6 ist zu lesen, Esra hat am zweiten Tage des siebenten Monats vor einer Versammlung die Thora vorgelesen und da gefunden, daß geschrieben steht, Israel solle in Hütten wohnen, und darauf wurde das Hüttenfest gefeiert. Wo blieb da, fragt Wechsler, die Versöhnungsfeier? Allein bereits Herzfeld hat in seiner Geschichte des Volkes Israel B. I. S. 433 bemerkt, daß diese Stelle zu viel und deshalb gar nichts beweist. Denn jedenfalls mußte doch dem Chroniker das Versöhnungsfest bekannt gewesen sein, der als der letzte *) Daß das Freudenfest der Tempclweihe mit der Versöhuungdfeier nicht unvereinbar ist, beweist der Umstand, daß zirr Zeit des zweiten Tempels jedesmal am Versöhnungstage ein Volksfest mit fröhlichem Tanze gefeiert wurde (vgl. Mischna Taanith IV, 8).

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