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Central-Verein-Zeitung · 1933-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1933) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1933
Issue
Heft 1-2 (Januar 1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3 , /Die alte Lüge von der „Verjudung der ‘ deutschen Presse" kann nunmehr endgültig erledigt und unseren Gegnern damit eine . Waffe aus dev Hand geschlagen werden, mit der sie seit Jahren unendliches Unheil ungerichtet haben. Wir werden finden, das; diese Masse ein zweischneidiges Schwert war. Wir können seine ei ne Schneide stumpf machen, die andere aber wird sich mit ungeschwächter Schärfe weiter in den Körper.des deutschen Illdentums bohren. Der mögliche Nachweis, daß die liberale, demokratische und sozialistische Presse in Deutschland sich in stetem Rückgang befindet und daß die Presie der Rechten im gleichen . Maße zunimmt, bedeutet, daß der Einfl u ß des liberalen Gedankens, der allein den energischen Kampf gegen den Judenhaß auf seine-Fahnen geschrieben hat, immer mehr znruckgeht und daß die Organe unserer Gegner immer tiefer in die Breite wirken. Denn außer der numerischen Unterlegenheit bleibt' zu bedenken, daß auch der bisher an sich 'geringe Einfluß jüdischer Redakteure, ^Journalisten und Verlage auf die - geistige Gestaltung des deutschen Pressewesens immer: geringer wird. . 'Es ist ein. bitterer Trost zu wissen, .daß eine 'Lüge - eine -Lüge war, wenn man in seinem Innern wünschen müßte, sie möge Wahrheit sein.-— So erhebt sich die Frage, was kann geschähen, um den schwindenden Einfluß der wiederherzustellen, die unseren Problemen mindestens objektiv gegenübersteht? Wir glauben, daß in dieser Zeit tatsächlich eine , „Hudenpresse" im Geiste des deutschen Inden-! .Anzahl der Tageszeitungen. «00 _. ^703 Tageszeitungen insgesamt. MW? in die Masse., .hinanszntragen. . Vielleicht werden die nun folgenden Feststellungen Anlaß dazu Tein, die Möglichkeiten nach dieser Richtung einmal wieder mit allem Ernst zu Prüfen. Ueber den heutigen Stand der deutschen Tagespresse gibt seit dem Krieg zum erstenmal umfassenden Aufschluß das „H a n d b n ch der deutschen T n g e s P r e s s e", das das „Deutsche Institut für Zeitungs - kund e" unter Leitung von Professor Dr. E. D o v i f a t im Verlag Carl Dnncker, Berlin, erscheinen läßt. Wie stark die deutsche Tageszeitung mit ihren Lesern, ja selbst mit der Landschaft verhaftet ist, über die Vermehrung der' sog. „Kopfblätter", die Frage Gesinnungs- oder Voulevardpresie, über politische Richtung, Erscheinungsweise, Auflagenhöhen, Umfang, Gliederung und .Leitung von 4 7 0 3 Zeitungen (vgl. Tafel 1) gibt das Werk unendlich viele Anfschlüsie. Noch ist es nicht vollständig; denn noch immer haben zahlreiche Zeitungen die Fragebogen des Instituts nicht oder nur unvollkommen ausgefüllt. Aber aus dem vor¬ Ausdruck, sie zeigt aber auch, daß der Ein«* f l u ß Der g r o ß st ä d tisch cm Presse bei.weitem geringer ist, als. gemeinhin angenommen wird. Eine Zeitungsdichte u n - ter' 10 000 haben in Deutschland nur die preußischen Provinzen Brcmdenbnrg, Hohen- Zollern und die Länder Baden, Hessen, Mecklenbnrg-Strelitz, Schaninburg-Lippö und Thüringen; über 15 000 Berlin, Oberschlesien, Ostpreußen, Pommern, Rheinprovinz, Westfalen und die Länder Bremen, Hainburg, Lübeck und Sachsen. Noch immer dominiert in Deutschland die sogenannte Gesi n n u n g spresse, d. h. die Presse, die einer bestimmten Partei oder zum mindesten einer Parteirichtung sich verbunden fühlt. Denn auch alle die Zeitungen, die nach außen hin „neutral" und „unabhängig", „unpolitisch" vder ähnlich firmieren, lassen ihre politische Gesinnung ohne Schwierigkeit erkennen. Die Boulevar d presse die die Nachricht, die . Unterhaltung. bewußt in den Vordergrund, die Gesinnung in den Hintergrund schiebt, befindet sich bei uns noch, im Gegensatz etwa zu Amerika und Frankreich, stark im Hintertreffen. Es. sieht auch nicht so ans, als ob sie die Gesinnungspreste verdrängen würde. Tatet 2 nsdap. DHVP. ovp wirt.-p. RECHTS KATH. Dem. SPD. KPD. IMS mm. Anhalt. . 3 1 8 4 18 Baden . . . . . . 4 2 33 61 4 1 1 18 134 Bayern ..... . 25 1 3 9 89 177 1 7 3 20 . 301 Brannschweia - - . 2 12 4 2 20 Bremen ..... 2 i i 1 2 Hamburg .... . 2 1 9 1 2 2 2 15 Lübeck . .... . . 1 1 1 1 Hessen ..... . 1 2 18 13 2 i,„. . 6 89 Livve-Detworv 6 1 5 Mecklbg.-Schwerin . 3 1 12 1 1 1 57 Mecklbg.-Strelitz 10 1 5 Oldenburg .... . 2 10 , 7 1 ,.3. - 20 Breutzen...... . 60 38 5 1 618 306 4 81 30 97 ‘ 1357 Sachsen . . . . . 5 ■ 2 1 123 1 8;7! 13 140 Schanmburg-Lrbve 5 Thüringen. . . 4 2 63 37 3 9 ■■ .J. n 15 . 114 Württemberg . . . 10 1 59 6 9 93 Reich 4703 . . . ♦ 123 ~ 43“ 17 10 1073 603 12 125 49 . 192 . 2456 4200 36Ö0 3300 2000 2700 2445 Neutral n 2400 4280 Hechts 60Q Mitte 399 Links türris geschaffen werden müßte,, die dieses Schwipswort zu einem Ehrenwort erhöhen /Was besagt es, daß unsere „C. V.- wöchentlich oder monatlich ins Land Ä täglich, stündlich Dinge geschehen, > KÜ Seiten.wir sofort publizistisch Stellung ueh- ^rnew wüßten? Es hat sich bitter gerächt, daß 'wir keine „Judenpresse" besitzen, die es als Aufgabe betrachtet. Wissen um Judentum Ä Und Judenheit, Aufklärung über Lügen .und .Verleumdungen, Begriffe von Volk und Staat handenen und dem neu eingegangenen Material haben die Bearbeiter alles das herausgeholt, was billig erwartet werden kann. Das Institut mußte es sich überall da versagen, das Material statistisch ausznwerten, wo es nur unvollkommen war. Das gilt vor allem für die Frage nach der Änflagenhöhe, die nur von etwa 50 Prozent der befragten Blätter beantwortet ' wurde, v Aber selbst die erteilten Auskünfte müssen mit aller Vorsicht bewertet werden, da in Deutschland — im Gegensatz etwa zu Amerika — keine öffentliche Pfli cht zur Nennung dieser Ziffern besteht. Tie sich hieraus ergebenden Fehlerquellen silld aber für Zeitungen aller Richtnngen die gleichen, so daß sie für unsere politische Untersuchung ohne Gefahr außer.acht gelassen werben können. Dies um so-Mehr, als die Ergebnisse, die. errechnet wurden, sich mit Schatzungen anderer Stellen, auffallend decken. . Die Untersuchnng. ergibt folgendes: Die Zeit u n g s d i cht t beträgt in Deutschland 13270, d. h. auf diese Zahl von Einwohnern entfällt je eine Zeitung. Diese Ziffer gewinnt für uns erst dann Sinn Und Bedeutung, wenn wir sehen, daß es nur zwei L ä n d er. mit e i n e r h ö h er e n Dichte auf der ganzen Erde gibt, nämlich, die Schweiz mit .einer Dichte von 8000 und Dänemark mit einer solchen von 13 000, während die gleichen Ziffern z. B. für Frankreich 20 830für England 77 270, für Amerika 601 000 find-. In dieser Zahl kommt das starke Eigenleben der deutschen Länder zlun Wie verteilen sich die Zeitungen auf die verschiedenen p 0 l i t i s ch e n R i cht u n g e n? (Vgl. Tafel 2.) Fasten wir die Zeitungen der einzelnen Richtungen nun nach Gruppen'zusammen und richten uns dabei nach Der augenblicklichen politischen Konstellation, so.wüsten wir alles rechts Dom Zentrum , zu „R,ech1s" zählen. . Das wären die Zeitungen, die sich nationalsozialistisch, deutschnational, deutschvolksparteilich, konservativ,. national-, bürgerlich oder rechtsstehend und ähnlich nennen. Zu „Link s" Richtung der Tageszeitungen; in Prozenten. 1898 ig)5 -w «6 -mm ~w2 tnn 55,8 «4....; M T - f/eutraf Tafel 3

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