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Central-Verein-Zeitung · 1932-04-01 · Heft 4 (April 1932) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1932
Issue
Heft 4 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DT Internationale — Weltherrschaft bi- Rach Allsichtder radikalen Judenfeinde ist sei nicht nur die gesamte Well mit Einschluß eines Teiles der weniger radikalen Antisemiten verjudet, sondern die Weltgeschehnisse vollziehen sich nach einen! Plane, den die berüymteu „Weisen von Zion'" ausgearbeitet haben sollen; diese bestiuunen fortlaufend das Schicksal der ^Menschheit. Ter Blödsinn der in dein bezeichneten nl Buche niedergelegten Behauptungen ergibt sich Qt allein ans der Behauptung, die Juden hätten die Untergrnndbahuen angelegt, um die Städte mit den Staatsministerien, Aemtern, Urkunden- $ sammlungen und allen Nichtjuden mit ihrem Hab und Gut in die Luit zu sprengen! Tie 1' Hauptguelle der Fälschung ist eine Ende der 60er kl Jahre des vorigen Jahrhunderts erschienene a und gegen die Weltherrschastspläne Napok> leons III. gerichtete autimachiavellistische Schritt des Pariser Advokaten Zoll), die nicht eine Zeile l gegen die Zudem enthält. Tie Fälscher, Ange- \ hörige der berüchtigten zaristischen Geheimr Polizei, der Tehrana, haben die Weltherrichailsi Pläne Napoleons in den .Weyeimniisen" durch l die „Weltherrschastspläne" der Znden ersetzt, j selbstverständlich ist das Btachlverk längst \ lvissenschaftlich als Fälschung entlarvt. Tennoch tvird dieser Schwindet l)eute noch in Riesenauflageu weiter verbreitet. Blau möchte versucht 'ein, über 'otche und andere Märchen zu lächeln, '.venu nicht die Wirtlichkeit uns zeigte, welch großen Anteil dieses Buch an denn allgemeinen Judenhaß trägt. So wurde in dem Prozeß gegen Ralhenaus Mörder in Leipzig sestgestellt, daß R a t h e n a n deshalb ermordet wurde, weil 'eine Mörder ihn für einen der „300 Weisen von Zion" hielten. Ein klassischer Beleg für die Oberflächlichkeit der judenfeindtiehen Gehe und der Menschen, die ihr Glauben, scheuten! Auch der General Ludendorff hat sich dieser Fälschung s bedient, um nachzuweisen. daß die „Oberleitung 's des jüdischen Boltes" idie es naehgewiesener- . maßen seit der Ochnner';eit, d. h. seit der Zer s störting des jüdischen Staates m Palästina, nicht - mehr gibt!) mit Frankreich tind England Hand { in Hand gearbeitet habe, tun in Teutsehland; den Juden dieselbe Stellung ztl verschaffen ivie ^in jenen Ländern, „die sich dem Judentum schon ^ergeben haben". Lndendorsf behauptet äußerndem, auch die Freimaurerlogen seien jüdische ^Institutionen, nur zu denn Zweck gegründet, um N die Welt zu unterjochen. Wir stellen demgegenßüber fest: | Die großen deutschen Freimaurer- § logen stehen fast alle auf christlichem H Boden und nehmen keine Juden auf. R Freimaurer waren nicht nur Lessing. K Herder, Wieland und Goethe, sondern U sämtliche preußischen Könige seit Friedm rich dem Großen, ausgenommen Wil- K Helm H. R Der Gründer der preußischen Logen 1 ist kein anderer als Friedrich der Große. W der selbst die Logenarbeik geleitet hat. R Ja, einzelne Schriftsteller behaupten so- War, nicht nur der Weltkrieg sei ein Werk Mer international verjudeten Freimaurerei, son- Mern auch Napoleon I. danke einen Teil seiner Wrsolge „der willigen Mitarbeit von Logen- Mrüdern auch in den ihm feindlichen Ländern". M Zu napoleonischer Zeit waren (neben vielen »anderen) W folgende Führer der preußischen Be- M freiungsbewegung Freimaurer: Scharnhorst, G n e i s e n a u, Hardenberg, Freiherr vom Stein, von Kleists Blücher, Fichte, die Brüder Humboldt. Tie Freimaurerei kann also gar nicht andere als edle, menschliche Zwecke verfolgen, sonst nu'irden diese edlen deutschen Männer nicht ihre Anhänger geworden sein! Genau so unsinnig ist es, zu behaupten die Juden hätten irgend etwas mit dem sogenannten Dawes- oder auch dem Zoung-Plan zu tun. Bei dieser Behauptung stützt man sich auf die Tatsache, daß das amerikanische Bankhaus .1.?. Morgan & Co., das die „ReParationSanleihe" aufgelegt hat, eine „jüdische" Firma sei. In Wahrheit ist keiner der Inhaber des Hauses Morgan Jude. Auch General Tawes und Mr. choung, nach denen die Pläne benannt wurden, sind keine Juden, ebensowenig der berühmte Finanzsachverständige Parker Gilbert, der die Reparationsleistungen Deutschlands zu kontrollieren hatte. Tie ganze Legende von der jüdischen Weltherrschaft zerfließt also in ein Richls, wenn man den Tatsachen zn Leibe geht. Ebenso falsch ist die Auffassung, daß die internationalen Zusammenschlüsse (Kartelle, Konzerne, Interessengemeinschaften usw.) in erster Linie durch Juden angeregt und durchgeführt worden seien. Schon vor dem Kriege gab cs über hundert Kartelle. Tie Auszählung dieser .Kartelle durch den besten .Nenner des internationalen Kartcllwesens. Professor Robert L i e fm a n n („Kartelle und Trusts", 6. Auslage, Stuttgart, 1934, S. 18 ff.) zeigt, daß es sieh hier v o r w i e g e n d um I n'd u st r i e n handelt, die säst vollkounnen ohne jüdische Führung sind. Tie Rüstungsindustrie war vom Jahre loul bis 1913 in der United Iiarvey Co. internal ioual zusammengeschlossen und die Pulverproduzenten bildeten ein enges Kartell. Tie Erdölherrscher — keine Juden — haben si eh international zu sa nnnen ge sch l offen. Sofort nach dem Ruhrkrieg wurde das demsch-französische Eisenkartell geschlossen, das inznnscheu weiter international ausgebaut wurde (ohne Juden). Die international zuchmmengeschlossene chemische Industrie steht unter überwiegend nichtjüdischem Einfluß. Das mächtige Gebilde des jetzt nach unerhörten Betrügereien znsammengebrochenen Zündholztrustes (Kreuger & Toll) ist völlig judensrei. In der Schiffahrt, in der Albert Ballin einmal eine Rolle gespielt hat, sind alle führenden Direktoren und Aktienbesitzer Nichtjuden. Die schnell entwickelte international kartellierte Kunstseidenindustrie steht unter inchtjüdischer Führung. Auch bei den übrigen international zusammengeschlossenen Industrien haben die Juden einen verhältnismäßig geringen Einfluß, weil die Rohstoffe und Schlüsselindustrien hauptsächlich in nichtjüdischem Besitze sind. Selbst Henry Ford, der Automobilkönig, der in seinem berühmten Buch „Ter internationale Jude" behauptet hatte, die Juden seien die internationalen Beherrscher der Weltwirtschaft, hat das Buch zurückgezogen (30. Juni 1927) und erklärt, daß er sich von der völligen Haltlosigkeit der Beschuldigung gegen die Juden überzeugt habe; er halte es für seine Pflicht als Ehrenmann, das Buch aus dem Handel zu ziehen und alles zu tun, um den durch den „Internationalen Juden" entstandenen Schaden wiedergutzumachen. — Was Herrn Fritsch aber nicht hinderte, das Buch entgegen der Abmachung jetzt in Spanien zu vertreiben! Es gibt also keine jüdische Internationale, auch keine jüdische Weltherrschaft. Die Juden aller Länder fühlen sich mit den politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Interessen der Länder und Rationen unlösbar verbunden, in denen sie und ihre Vorfahren Jahrhunderte lang leben. Dies hat der Krieg bewiesen, in dem an 100 000 deutsche Juden Seite au Seite mit ihren nichtjüdischen Kameraden gegen den äußeren Feind, Juden und Nichtjuden, gestanden haben, der jüdische Deutsche gegen den jüdischen Franzosen und den jüdischen Engländer. Wenn aber schon das Wort „international" ein Vorwurf ist (was durchaus nicht seststeht!), dann trifft dieser Vorwurf den Antisemitismus selbst in aller Schärfe; denn niemand sucht so in allen Ländern Anhänger wie die Antisemiten! Kriegs- und Znflationsgewimiler, Schieber mb Drückeberger Daß es in jeder irgendwie gearteten Gemeinschaft unsoziale Individuen gibt, ist selbstverständlich. Und ebenso selbstverständlich ist es, daß jede' Gemeinschaft gegen derartige Schädlinge mit aller Schärfe Vorgehen muß. Das Vorhandensein von solchen Elementen darf aber keineswegs dazu mißbraucht werden, deswegen gegen die gesamte Gemeinschaft zu Felde zu ziehen. Ebensowenig Wie im Weltkriege die Hetzseldzüge gegen alles Deutsche berechtigt waren („Die Deutschen... verwerten die Kadaver der Toten zur Fettgewinnung!"), so muß auch jeder. Verallgemeinerung im Kampfe gegen das Judentum aufs energischste entgegen getreten werden. Eines der Hanptkampfmittel der Judenfeinde gegen die Juden ist aber die Verallgemeinerung schlechter Eigenschaften. Ist e i n Jude ein Mörder oder Schieber, so sind „die Juden" schlechthin Mörder oder Schieber (die Tatsache, daß das Judentum auch einzelne Genies hervorgebracht hat, daß es Tausende und aber Tausende edelster, sozialster, menschlichster,.Persönlichkeiten zählt, ist aber noch niemals verallgemeinert worden!). Einer der Hauptvorlvurse ist die Behauptung, die Juden hätten verstanden, Druckposten in Kriegsgesellschaften zu besetzW In welchem Maße Juden ihre Pflicht in jeder Waffengattung, im Schützengraben, als. AliegeA^AÜr See, in den Kolonien, erfüllt..haben,

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