Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 4 (April 1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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22 nicht durchweg jüdischen Verlegern gehören und von Juden geleitet werden; auch hier bleiben die Juden in der Minderheit. Tie eigentlichen jüdischen Zeitungen beschnstigen sich säst ausschließlich mit innorWischcn religiösen oder anderen Fragen; es gibt davon aber lediglich eine geringe Anzahl von Wochenblättern, dagegen keine einzige Tageszeitung. Dagegen ist die nationalsozialistische Presse außerordentlich gewachsen. 1925 noch auf 14 Zeitungen beschränkt, verfügte die NSDAP. im Jahre 1931 über mehr als 199 täglich oder wöchentlich erscheinende Zeitungen sowie 39 bis 49 Zeitschriften. Dazu kommen noch etwa 15 Zeitungen im Ausland» besonders in Oesterreich und Sudetendeutschland. Auch eine beträchtliche Anzahl von Berlagsnnstalten steht den Nationalsozialisten zur Verfügung, der Franz Eher Verlag in München, der offizieller Parteiverlag ist, der „Deutsche VolkZ-Verlag" München und andere. Unter den „parteilosen" Zeitungen ist die sogen. „Generalanzeigerpresse" enthalten, die meist rechtsgerichtet ist und zum Teil ihr Nachrichtenmaterial von dem deutschnationalen $ ugenberg - Konzern bezieht. Außerdem find die Anslagen dieser Blätter schon wegen ihres allgemeinen Charakters bei weitem größer als die der minften republikanischen Zeitungen. Zum Hugenberg-Kortzern (Tcherl-Verfag) gehören neben den Zeitungen: „Berliner Lokal-Anzeiger", „Montag", „Nochwnsgabe", „Tag", „München - Augsburger Abendzeitung", „Fränkischer Kurier", „Schwäbischer Kurier" auch die „Telegraphen-Union" lT.-ll.), „Wipro" l— Wirtschaftsstelle für Provinzzeitnngeu, Ma te rnbel iefer ung), „Deutsche r P r ov i nzv e r ta g", „Zentralbüro sür die deutsche Presse". Außerdem gehören zum Scherl-Verlag eine große Anzahl von Zeitschriften, wie z. B. die lveitverbreitete „Woche" usw. — Neben diesen Gesellschaften existieren Nachrichtendienste der verschiedensten Art mit unpolitisch klingenden Namen („Funkdienst", „Parlamentsdienst" usf.). Ferner die „Vera", „Mutuum", „Alterunr" Hilssgesellschaften zur Unterstützung notleidender Zeitungen, die Jnseratenannahme „Ala", verbllnden mit Haasenstein u. Vogler, und endlich als stärkstes Propagandamittel die „Ufa" und der „Deu'ligfilm". Am 30. Oktober 1927 hat Hugenberg in Herford selbst erklärt, daß er im Auftrag von „zwölf nationalen Männern" I n f l a t i o n s g e w i n n e dazu benutzt habe, um Zeitungen aller Richtungen aufzukaufen und sie „der nationalen Sache Zuzuführen". Betrachtet man demgegenüber die sogenannte Linkspresse, so kommt man zu dem erstaunlichen Ergebnis, daß die Zahl der Blätter wie auch die Auflage sich in den letzten Jahren zusehends vermindert hat. Das wird auch in der rechtsradikalen Presse ganz offen verkündet. Dafür wird aber der politische Einfluß von Ullstein, Mosse und der „Frankfurter Zeitung" stark ausgebauscht, denn die Blätter dieser Unternehmungen spielen mir in einigen Großstädten eine Rolle, in der Provinz werden sie aber wenig gelesen. Vor allem aber steht ihnen nicht der Nachrichtenapparat mit der Möglichkeit der indirekten Einflußnahme durch Materndienste, Kopsblütter u. dgl. zur Verfügung wie dem Hugenberg-Kouzern und der nationalsozialistischen Presse. Um es noch einmal in aller Deutlichkeit festzustellen: Es gibt keine „verjubele" Presse in Deutschland. Selbst die jüdischen Redakteure einiger demokratischer Zeitungen wirken keinÄ, wegs zugunsten des Judentums oder des Jude^ sondern für ihre politischen Ansichten und Ziele' Aber auch ihre Wirkungsmöglichkeit beschränkt sich zumeist nur auf die größeren Städte. Einer der Hauptvorwürfe gegen die sogenannten Judenblätter, also hh sozialistische und demokratische Presse, ist Sensationsberichterstaktung, Spekulieren auf die Instinkts der Masse durch Aufmachung, Bilderbeigaben u. dgl. Demgegenüber must aller Deutlichkeit festgestellt werden, dasz es nicht ein einziges demokratisches oder sozialistisches Blatt gibt, daß derartig auf die niedrigsten Instinkte der Menschen spekuliert, wie es der nationalsozialistische „Stürmer" mit seinen blutrünstigen, z. T. pornographischen Bildern tut und wie mau es noch in anderen nationalsozialistischen Blättern findet. Demgegenüber ist die „sensationellste" Aufmachung selbst der anderen so-' genannten Boulevard-Presse harmlos. Einige Bilder aus dem „Stürmer" und anderen Blättern, die dort in vierfacher Größe auf der Titelseite erscheinen, mögen diese Behauptung belegen. WWW u Tanz von Juden mit fast nackten Frauen auf den Leichnamen Verhungerter. Das „Stürmer Bild illustriert also die Behauptung, dass die Juden prassen, während die Nichtjuden verhungern. Von den vielen Selbstmorden aus wirtschaftlicher Not, die Männer und Frauen des jüdischen Mittelstandes in den letzten Jahren verübt haben, gibt der „Stürmer“ seinen Lesern niemals Kenntnis/ Dieses Bild aus dem „Stürmer“ trägt die Ueberschrift: „Judas' Kampf gegen $ 2/8.“ In Wirklichkeit wird dieser Kampf von verschiedenen Parteien geführt. Er ist keineswegs eine „jüdische Angelegenheit“. Im Gegenteil: die jüdische Religion schützt das keimende Leben. Die brutale Darstellung und die durchsichtige Tendenz dieses Bildes müssen jeden Leser mit normalem Empfinden abslossen. Mul klagt au! R.» für 4>rstfcfctaa t*w »»a tun a»9 (<$<»«r>«i 41«- du tmhnrn bM tot Sudasr Dieses Bild aus der nationalsozialistischen „Preussischen Zeitung" stellt die Behauptung auf, das Zentrum bezahle die Mörder der Nationalsozialisten. Aehnliche Bilder, in denen die Juden ebenso beschuldigt werden, finden sich zu Dutzenden in den nationalsozialistischen Zeitungen. Die Folge; Ueber fälle und Bluttaten auf gehetzter Nationalsozialisten gegen ihre politischen Gegner. Darstellung eines angeblichen Ritualmofd{ aus dem „Stürmer*; trotz aller B;jssenscA<|| liehen und gerichtlichen Klarstellung, ^assJ^ jüdische Religion keinen Ritualmord kQnnU;®L öffentlieht der „Stürmer ‘ derartige Bilder, Leser für authentische Beweise halten soll. >fiL Folge: Gewalttätigkeiten gegen Juden - Schändungen jüdischer Friedhöfe/' Synagogen.