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Central-Verein-Zeitung · 1932-04-01 · Heft 4 (April 1932) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1932
Issue
Heft 4 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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I wird verbreitet: „Die Jitdcrr hätten -aö Land dem xeind verraten, das Volk an die Feinde -erkauft; man wird Majestät znjnbeln and über der Rache an den Verrätern vergessen, das; man an Revolution -achte." Das ist das noble Rezept, mit dem man die Schuld auf die Juden abschicben wollte. Aber dies sollte ja allen denen, die gewillt fiub, die Wahrheit zu hören, langst bekannt sein. Ter 1t n ters u eh u n g Z a u s s ch u ß ü b e r die 11 v f a dj e u des Z u s a m m e n 6 r n ch s, dessen Verhandlungsberichte dem Reichstag Ende März 1928 zugingen, hat an Hand der amtlichen Akten festgestellt, der „Dolchstoß" sei ein Märchen, „ein Menkungsmanöver der wahrhaft Schuldigen". Wenn also die ganze Dolchstoßlegende ein Schwindel ist, wie sollten dann die Juden den „Dolchstoß" geführt haben?! Regierung, Parteien, Presse Man kann sich heute im Lager der Judenfeinde gar nicht genug tun an BeiKimpfungen der „Juoenregierung" oder Mrjudeten Negierung", der „jüdischen Bonden" usw. „Wenn die Juden und Juden« kgenossen erst aus den Regierungsstellen iüu- ^usgeslogen sind, dann wird es besser in Deutschland!" Netzen wir uns einmal die Iahten an. rgleichen nur, wieviel Juden denn überhaupt in deutschen Negierungen sitzen oder 'sen haben. Im Kabinett Scheidemann waren unter 15 Ministern zwei jüdischer Abstammung (Preuß und Landsb e r g). Im Ministerium Bauer unter 14 Minisiern keiner jüdischer Abstammung. Im INinisterium Müller unter 14 Ministern kein Minister jüdischer Abstammung. Im Ministerium Wirth unter 14 Ministern zwei jüdischer Abstammung (Gradnauer und Rathenau). Im zweiten Ministerium Wirth unter 13 Ministern der eine Iude (Rathenau), nach dessen Ermordung im Zuni 1922 (erseht durch Wirth) keiner mehr. Im Ministerium Euno unter 14 Ministern kein Iude. Im ersten Kabinett Stresemann unter 12 Ministern ein Jude (Hilferding). Im zweiten Kabinett Stresemann unter 12 Ministern kein Iude. H Im ersten Kabinett Marx unter 12 Ministern kein Iude. allen folgenden Kabinetten kein Jude. ierichtigungen. In der Monatsausgabe Januar,März 1 der „C. V.-Zeitung" war festgestellt worden, Artur per bezeichnete Ludendorff als verjudet. Dr. Artur Ster stellt demgegenüber fest, „er habe das nie und Wnds behauptet". — In der gleichen Nummer der natsausgabe hatten wir den „Fridericus" Nr. 3 l Jahrgang 1930 zitiert, der in Unkenntnis der Tatdaß der-Erfinder der Nadioverstärkerröhrcn Wert'von Lieben Iude war, geschrieben hatte: R . Wenn es sich darum handeln soll, den wirklichen önder und Verbesserer der Elektronenröhre kennen- Mnen, so ist es der heutige Baron von Lieben. Und Vn es der Iudenschaft beliebt, so sind wir gern bem einmal der Öffentlichkeit zu zeigen, in welcher Me die jüdische Telefunkengesellschaft gegen diesen Hchen Erfinder, dessen Werk bahnbrechend war . . ., gegangen ist. Wie sie es verstanden hat, die werten Patente des Barons von Lieben, die für die gebe Radiotechnik heute grundlegend sind . . ., an sich »ringen." Der Herausgeber des „Fridericus" Uber- Iwe uns darauf die Nr. 14 des Jahrganges 1930 Är Zeitschrift, in der er seine Darstellung berichtigt Minen Lesern mitgeteilt hatte, daß B a r o n von. Uv e n Iude war. Resultat: In zwölf Ministerien waren unter mehr als 150 Ministern fünf Minister jüdischer Abstammung! Auch in den Länderregierungen waren fast keine Juden und sind heute keine i Ist etwa die bayerische oder die würtkembergische, thüringische, braunschweigische Regierung verjudet? Litzen ^nden in der preußischen Stnntsregicrung? Nein. Ja selbst die so heftig angcseiudeteu Minister Braun und Severin g sind keine Juden; Braun ist ei» vstpreußischer Bauernsohn, Teveriug ein Bielefelder Metallarbeiter. 'Auch vic Rotvcrordnungsregierung Brüning ist völlig judcnsrci. Tamit wollen wir nun aber durchaus nicht behaupten, daß die jüdischen Deutschen weniger Anrechte auf die Regierungsstellen haben als ihre nichtjüdischen Volksgenossen. Nein, jeder Deutsche, gleichgültig welcher Abstammung und Religion cr ist, hat das Recht, nach seinen Fähigkeiten Anteil zu erhalten an der Verantwortung für das Wohl seines Vaterlandes. Er hat aber auch die Pflicht, dieses Recht nur znm Wvhle seines Vaterlandes zu gebrauchen. lind gerade diese Pflichten haben die deutschen Juden, auch Tos gesamte deutsche Zeitungsweien ist nach den Behauptungen der Antisemiten in jüdische» vandcn;. dabei spielt cs gar keine Rolle, daß man mit einer solchen Beschuldigung auch solche Zeitungen trifft, die sich nachweislich in ousgesprochen antisemitischen Händen bcsiuden. Sehe» wir uns einmal die deutschen Zeitungen ans ihre Einstellung hin ent. Rach der Aufstellung des Münchener llniversitälsinstituts für Zeitungsforschung gab es 1925 in Deutschland 3152 Zeitungen; davon waren: a) Nationalsozialistisch . 14 National einschließlich Deutschnational . . 392 wenn sie gar leinen Anteil an der Staatsleitung hatten, stets freudig erfüllt. In diesem Zusammenhänge muß darauf hiugcivieseu iverden, daß auch die deutschen Parteien in keiner Weise von Juden in, jüdischen Sinne beeinflußt iverden noch überhaupt Juden oder Jndenstünnnlinge in ihnen führende Posten innehaben. Gewiß gibt es Inden in allen deutschen nichtantisemitischen Parteien, und selbst adlige und bürgerliche Angehörige der radikalen Rechtsparteien sollen bisweilen verlegene Gesichter machen, wenn man sie auf die Reinrassigkeit ihres Stanunbanmes hin befragt. Aber es sei ferne von uns, in der Art unserer Gegner nach Abstammung ,md Rasse zu fragen. Im Kamps der Meinungen und politischen Ansichten hat immer die p e r s v n I i ch e Tüchtigkeit den Ausschlag zu geben. Es muß aber einmal fcstgcstcllt iverden, daß in keinem der Reichs- oder Länderparlamente jemals inehr Juden gesessen haben, als ihrem zahlenmäßigen Anteil an der deutschen Bevölkerung entspricht; i»i Gegenteil, meist wurde dieser Anteil nicht einmal erreicht, ivvbct hiiiznznsügcii ist, daß ein Teil insbesondere der linksradikalen Juden sich ja schon von der jüdischen Gemcinschaft gelost hat. Es ist also nichts als ein Schlagivort, von einer verjndcteii Regierung oder von Judcn- Partcicu zu sprechen oder zii schreiben. c) Fremdsprachig Wirtschaftlich . konfessionelle. Amtlich . . . Parteilos . . . 7 . 141 . 13 . 188 1635 1984 (= 62,1 %) Deutsche Volkspartei Zentrum . . . . Vayr. Volkspartei . Föderalistisch . . 48 284 96 4 838 (= 27,1 %) b) Demokratisch . . Sozialdemokratisch Anabh. Sozialdem. kommunistisch 166 142 2 20 330 (= 10,8 %) Im Iahre 1931 wurde statistisch festgestellt, daß bei einer Gesamtzahl von 3353 Zeitungen der Anteil der sogenannten Rechts- und Mittelgruppen (Gruppe s) von 27,1 Prozent auf 35,4 Prozent gestiegen war, dagegen die Linksgruppe (Gruppe b) sich von 10,8 Prozent auf 8,5 Prozent verringert habe. Außerdem war gleichzeitig der Gesamtankeil der parteilosen Zeitungen, der 1925 etwa 45 Prozent aller Zeitungen betragen hatte, auf zirka 55,3 Prozent gestiegen. Daraus ergibt sich, daß alle linksgerichteten Zeitungen im Höchstfälle den - zehnten Teil aller deutschen Zeitungen dax-b st stellen. — Die demokratischen ZeituMvM die üblicherweise als „IudenpresseKö^WD zeichnet werden, bilden nur den.. Zwanzigsten Teil! Dabei ist zu beachten,HäMM) Zeitungen dieser RichtunüenMWM

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