Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 4 (April 1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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notorisch ay FälsMügv bezeichnetes Machwerk wie dte ^MiZtokolle^ der ^-Weisen von Zion" in den M^rwHnien,..Kreisen.gläubig als Offenbarung JtüMnommen und in Dutzenden von Auflagen gedruckt werden konnte. Infolge dieser systematisch betriebenen Verhetzung weiter Volkskreise' fanden auch die politischen Schlagworte, mit dem Beiwort „jüdisch" bald Eingang in die Spalten der Zeitungell. „Jüdischer Marxismus" und „jüdischer Kapitalismus", „jüdische Parteien" und „jüdische Presse", „jüdische Regierung" und „jüdische Schieber" wurden zum ständigen Wortschatz der nativnalistisch-antisemitischen Presse, mit alle, auch die widerstrebendsteni Erscheinungen deS^poNtischen, sozialen 'Und kulturellen LebenH.. eindeutig und ohne Denkschwierigkeiten für den Leser zu erklären und damit den Blick von den wirklichen Ursachen weg auf die vermeintlichen Urheber allen Uebels, die Juden, abzulenken. Es wird die Aufgabe des denkenden Deutschen sein, alle diese politischen Schlagworte auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen und nicht eher zu ruhen, als bis das öffentliche Leben Deutschlands wieder auf die Schlagworte beschränkt ist, die nicht zur Verschleierung der Tatsachen fuhren, sondern zum V e r st ä n d n i s de r W e l t z u s a m in e n f) ä n g e beitragen. Fast kein Schlagwort taucht in judenfeindlichen Zeitungen so häufig auf wie das vom „jüdischen Kapitalismus" Man versteht darunter im Grunde genonnnen nur dasjenige Geld, das Juden besitzein Tenn die Verwertung des Geldes ist selbstverständlich unabhängig davon, welcher Gemeinschaft ein Mensch angehört. Um aber ihrem Schlagworte einen gewissen wissenschaftlichen Anstrich zu geben, wird ein Unterschied zwischen „schassendem" und „raffendem" Kapital gemacht. Es wird irnmer wieder ausgesührt: „Wir leugnen nicht, daß auch nichtjüdische Industrien große Kapitalien besitzen; aber das ist ,schaffendes' Kapital und wird von uns keineswegs bekämpft. Tas internationale jüdische Bankkapital dagegen vermehrt sich ohne Arbeit; es ist raffendes Kapital und muß deshalb ansgerottet werden." „Ihr seht doch", wird dann weiter ausgesührt, „daß alle die großen Banken der Welt' in jüdischen Händen sind oder unter jüdischem Einfluß stehen. Mit Hilfe dieses Einflusses beherrschen sie die Weltpolitik, und alle Politischen und sozialen Verwicklungen. die euch Lesern so unverständlich erscheinen, sind aus die Machenschaften des jüdischen Finanzkapitals zurüekznführcn." Wie verhält es sich nun wirklich mit der Kapiialkrafi der Menheit? Richtig ist, daß wenigstens vor dem Kriege ein Teil der im Westen Europas und in Nordamerika wohnenden Juden dem wohlhabenden Mittelstand angehörte, d. h. gutgehende mittlere Geschäfte, auch kleinere Bankunternehmungen besaß und an einzelnen Aktienbanken leitend tätig war. Durchaus unwahr ist, daß die Juden jemals die Möglichkeit halten, die Geschicke der Welt irgendwie zu beeinflussen. Gewiß, es gibt eine Anzahl jüdischer Privatbanken mittleren Umfanges in Amerika. Die jüdischen Privatbanken (wie Speyer u. Co., Ladenbürg, Thal mann, G o l d m a n n Sachs. Kuhn, Loeb und Co. usw.) spielen zwar vor allem aus dem Anleihemarkt in Amerika noch eine Nolle, und sie haben nicht zuletzt dazu beigetragen, den verloren gegangenen deutschen Kredit im Ausland wieder anfzttbanen. Aber sie sind nicht ausschlaggebend; ihnen gegenüber sind die amerikanischen Großbanken beinahe ausschließlich unter nichtjüdischem Einfluß. Auch in U. S.' A. hat der Einfluß dieser Großbanken im Vergleich zu den Privatbanken zugenommen und man kann sagen, daß die National City Bank, Equitable Trust, Guaranty Trust, Chase National Bank, First National of Boston usw. mit ihrem Aktienkapital von vielen Milliarden Dollars den.Geld- und Kapitalmarkt beherrschen. Die Statistik zeigt auch, daß der Anteil an der Ausgabe von Aktien und Obligationen durch die Privatbanken zugunsten der Großbanken erheblich zurückgegangen ist. In England liegen die Verhältnisse ähnlich. Zwar spielen noch immer Häuser am* M. N. Rothschild & Sons, Bariums, Samuel usw. eine Rolle, aber ausschlaggebend sind die Joint Stock Banks (die Großbanken) wie Bardays, Westminster, Midland, Lloyds, National Provincial, in denen die Juden einflußlos sind. Dazu kommt noch, daß die großen Vermögensverwaltungen überwiegend in nichtjüdischen Händen sind. Tie große Macht der englischen Versicherungsgesellschaften wird nicht von jüdischen Persönlichkeiten ausgeübt. Dies zur Orientierung über den Anteil der Juden am Bankwesen. Er ist im Verhältnis zur n i ch t j ü d i s ch e n B e t e i l i g u n g v e r - s ch wind e u d klein. Aber selbst wenn er größer wäre, so würde doch die unsinnige Scheidung des Nationalsozialismus in „schassendes" und „raffendes" Kapital noch keine Berechtigung haben.' Auch die „schassenden" Industrien, wie in Deutschland die I. G. Farbenindustrie, im Ausland der Stahltrust, die General Motors und andere,' deren Aktienkapital in die Milliarden geht, benötigen zur Fortführung ihrer Arbeiten ungeheurer Kapitalkredite, die sie — natürlich — von den großen Bankinstituten erhalten; d. h. sie arbeiten mit dem „raffenden" Kapital, um neue Werte zu „schaffen". Es erhellt daraus so deutlich wie nur möglich, daß es diesen Unterschied zwischen „schassendem" und „raffendem" Kapital überhaupt nicht gibt. Wenn nun noch behauptet lvird, daß das Bankkapital sich ohne Arbeit vermehre,. so zeugt dies von einer solchen Unkenntnis der ungeheuren Arbeitslast, ganz, abgesehen von der Verantwortung und dem Risiko, düs der Bankier zutraDnhaH verständigen Menschen kein'Wort d verlieren sein sollte. '‘ -'Wha Wie ist es denn überhaupt um haften Reichtum der Juden destellt;WM, Deutschland wird, es ja wohl auch dem^FEW stehenden offenbar, daß der früher wohlhaHU jüdische Mittelstand durch die verfchiedeM wirtschaftlichen Veränderungen der NachkrM zeit völlig ruiniert lvorden ist, bei weitem M als die gleiche nichtjüdische Schicht. DieM losen Konkurse und Geschästsaussichten jüdjM Firmen, die endlosen Reihen leersteheM Läden in der City Berlins mit jüdischen FirmW schildern sprechen eine allzu deutliche Sprächet m Und die legendären reichsten JudenW der Well? Man vergleiche: Rach den letzten Ausstellungen der „NeA. D 0 r k - T i m e s" halten unter den MillionäW der Welt folgende 11 die Spitze: Henry FM John Rockefeller, Herzog von WestnnnstA Gaekwar von Baroda. T. B. Walker, Georgs.. Baker, I. B. Duke. Perey Rockefeller, Sir BafiH Zaharoff, Baron H. Misumi, Baron VasnkiI Darunter nicht ein einziger Jude!! In T e u t s ch tand datiert die letzte amt-- liche Statistik über die größten Einkommen aus dem Jahre vor dem Kriege. Danach waren die' reichsten Deutschen: Bertha K r u p p v on" B 0 h l e u u. Hat Vach, Fürst Henckel von Ton u e r 8 in a r ck , Fürst z u H ohe n - l o h e - O e h r i n g e n , Max von G o l dschmidt-Rvthschild, Fürst von Pleß, Gras Schassgotsch, Mathilde verwitwet^ von Rot h s ch i l d , Eduard Beit v o n S p e v e r , Graf T h i e l e - W i n ck l e r, Graf von B a l l e st r e m , August T h y s s e n. Tas Bermögen der Rothschilds, deren <5kern bereits vor dem Kriege im Berbtassen war, ist^ während 'des Krieges und der Inflation herab^ gesunken. Tie übrigen oben aufgeführten VerA mögensbesitzer haben durch Krieg und JnslatioW kaum eine Einbuße erlitten. Ohne daß wir auch nur einigermaßen voW ständige Listen veröffentlichen nwllten, bringeW wir die Namen der bekanntesten und promineM testen nichtjüdischen Vertreter ails den veW schiedensten Wirtschaftsgebieten. So aus ÄW Großgrundbesitz Fürst von Pleß, FE V) e n cf el - Ton n e r s m a r ck, ans dK Lchwerindnstrie Fritz Thyssen, KrupH von Bohlen und Halb ach, PoenM g e n, B v gle r , R e u s ch, v o n Stuutpl Ans der chemischen Industrie DuisbeH und Bosch, aus der Clektro-Jndnstxi^ Siemens, Schuckert. Aus der Bra'W reiindnstrie von Tücher, FürstenbeM und P s ch o r r. Aus dem Bank- .siM Börsenwesen Persönlichkeiten wie U.r b .i.0| Schacht, L u t h c r, P ferdme n 0 cf von Stauß, H a r n e y. Das g e s a m t e B a n k k a p i t a l.. W Ballken in Deutschland zusammen betrug M dem Antisemiten Theodor Fritsch („Ha.MneK 15. 11. 18) vor dem Kriege 4Vss Darin steckt auch das Kapital der Bankiers. ..-cM Die. deutschen GemeindespH^ k a s s e n h a t t e n vor dem K riM 19^ Milliarden Einlage, beträgt der Einlagebestand, trotz aller AH ■f