Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2571117-2571190-2571191--616-2571963- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
J 4i JF io<y im öro EI F -] Dl 6t ISCHL -iLr/lVl^i! ¥ T /*< m \ )5 I 1 Ein JUD O. ■ £| ** Luden. Q — |onftiße Einwohner. eines Nitualmordes wird als „immerhin möglich" bezeichnet, man operiert mit unverstandenen . und absichtlich verdrehten Talmndworten. Auch ... diese wahnwitzige Verleumdung hat eine genaue ...Parallele in der Hetze gegen die Deutschen. Die .Ententepresse behauptete, die Deutschen verwendeten deutsche Soldatenleichen zur Fettgewinnung (!). Dieser Unsinn hat unermeßlichen Schaden angerichtet; die Stelle der falschen Talmudzitate vertrat in diesen: Falle die irreführende Ausdeutung des Wortes „cadavre", Am 11. Mai 1917 erklärte der Staatssekretär des Aeußeren, Zimmermann, auf eine Anfrage des Abgeordneten Heckscher: „Die Behauptung, daß in Deutschland Soldatenleichen zur Herstellung von Fettstoffen verwertet würden, ist zuerst in der französischen Presse aufgetreten und von da in englische und neutrale Zeitungen übernommen worden. Die Erfinder der Behauptung scheinen sich die Tatsache zunutze zu gemacht zu haben, daß es in Deutschland „Kadaverv e r w e r t u n g s g e s e ll s ch a f t e n" gibt... Die Tatsache, daß das Wort „cadavre" im Französischen auf Menschen und Tiere bezogen wird, ist von unseren Feinden ausgebeutet worden. Wir haben das raffinierte Mißverständnis, das von der uns feindlichen Presse wider besseres Wissen zur Irreführung der öffentlichen Meinung verwandt worden ist, richtiggestellt... Um so unerhörter ist es, daß kürzlich im englischen Unterhaus Lord Robert C e c i l die Nachricht als immerhin nicht unglaublich hingestellt hat." Die Technik der Verleumdung ist also die gleiche: man stellt erst sinnlose, den Gegner herabsetzende Behauptungen auf und stützt sie mit offenkundigen Fälschungen und Verdrehungen. Werden die angeblichen Beweise als Verleumdungen entlarvt, so wird die vorgebliche Tatsache als „immerhin nicht unglaublich" hingestellt. Neben den nicht gerechtfertigten Verallgemeinerungen und der dauernden Wiederholung von abgeschmacktem Unsinn ist der Mißbrauch von Zitaten ein beliebtes Mittel der Verhetzung. — Hölderlin, Schopenhauer, Nietzsche und viele andere Deutsche haben bekanntlich ihrem eigenen Volke bittere Wahrheiten gesagt, die aus der Zeitlage und aus dem Zusammenhang zu verstehen sind. Die deutschfeindliche Propaganda hat solche Zitate gesammelt, entstellt und aus dem Zusammenhang gerissen; dann hieß es: „Seht, die Deutschen sagen es selbst, daß sie ein gemeines Geschlecht sind." In derselben Weise sammeln die Antisemiten Zitate aus den Propheten und aus jüdischen Schriften, die sich gegen die Juden richten. ' Die Gefährlichkeit der Juden wird aus der Bibelstelle abgeleitet: „Machet die Erde euch untertan." Ebenso wurde durch die feindliche Propaganda den Massen suggeriert, die Deutscher: strebten nach der Weltherrschaft! Beweis: „Deutschland, Deutschland über alles." (!) Man hat beit Deutscher: vorgeworfen, sie mißachteten das Völkerrecht, ihnen sei auch das grausarnste Vorgcher: zuzutrauen. Der Franzose C h a p o n führte aus, dies sei auch die Lehre des deutscher! Geschichtsforschers T r e i t s ch k e; zum Verveise zitiert er eine Stelle aus Treitschke: „Man rette zuerst den Staat, und jederrnann wird danr: die Mittel billigen, deren man sich bedient hat." Was steht aber an der angegebener: . Stelle bei Treitschke? „Es war M a ch i a v e l l i, der den Gedanken aussprach: Wenn es die Rettung des Staates gelte, so solle nicht gefragt rverden nach der Reinheit der Mittel, man erhalte .nur den Staat, die Mittel werde nachher jeder billigen." Diese Meinung des Italieners Machiavelli bekämpft Treitschke; er spricht von der „tiefer: Unsittlichkeit" seiner „Staatslehre". Dem deutschen Gelehrten wird also etwas, was er ausdrücklich bekämpft, als eigene Ueberzeugung angekreidet. — In der judenfeindlichen Literatur werden Stellen aus dern jüdischen Schrifttum in der gleichen Weise verwendet und gefälscht. Dabei wird gern behauptet, die Zitate seien jüdischen „Geheimschriften" entnommen. Es gibt aber keine jüdischen Geheimschriften oder Geheirnlehren. Der Professor der protestantischen Theologie in Berlin, D. Dr. Hermann Strack, einer der besten Kenner des jüdischen Schrifttums in Deutschland, sagt in seiner „Einleitung zum Talmud": „Ueb erh a u p t gibt es i n n e rh alb des I u d e n t u m s weder eine Schrift, n o ch eine m ü n d l i ch e Tradition, die E h r i st e n u n zugänglich wären. Die Juden sind nicht b e m ü h t, den E h r i st e n e t w a s zu verbergen, und sie können auch nicht etwas vor ihnen verbergen. Für die R i ch t i g k e i t d i e s e r E r - klärung fetze ich meine Ehre als Mann und Gelehrter ein." Hierzu bemerkt der deutschnationale Professor Ulrich K a r st e d t („Eiserne Blätter", 1921, Nr. 30): „Das kleine Buch von Strack wird keinen echten Völkischen, d. h. keinen, der sein Deutschtum liebt, beleidigen; nur für die Elemente, die die völkische Welle ausnutzen wollen, um mit Hilfe derer, die nicht alle werden, sich wichtig zu machen oder sich zu bereichern, ist es eine wohlverdiente Ohrfeige. Es ist also sehr dankenswert, daß wir hier den authentischen Nachweis von fachmännischer Seite erhalten, daß es k e t n e j ü d i s ch e Schrift gibt, die nicht im Buchhandel zu haben wäre . . ." Trotz allem verschwindet das Märchen von der: jüdischen Geheimschriften nicht aus den antisemitischen Zeitungen. Das ältere jüdische Schrifttun: ist in hebräischer oder aramäischer Sprache geschrieben. Die Antiseiniten, die über hebräische Dinge schreiben, können diese Sprache nicht lesen, geschweige denn verstehen (z. B. Theodor F r i t s ch). Daher wird mit Uebersetzungen gearbeitet, die nachweislich Fälschungen sind. Eine solche, viel benutzte Uebersetzung von Talmudstellen stammt von August Rohling, die Professor Strach „eine seltene Vereinigung von Unwissenheit, verblendeter!: Haß und Böswilligkeit" nennt, er habe s sie von einer anderen Fälscherschrift abgeschrieben. Mit Hilfe dieser Zitiermethvde wird dann behauptet, den Juden seien in ihren religiösen Schriften Wucher, Betrug, Meineid und andere Verbrechen erlaubt. Der Zeitungsleser ist ja nicht irnstande, die Belegstellen nachzuprüfen; er glaubt an ihre Nichtigkeit, weil eine gelehrte und scheinbar genaue Quellenangabe unter dem Zitat steht. In Wahrheit handelt es sich st e t s u u: F ä l s ch u n g e n; die jüdische Lehre macht vielmehr Ehrlichkeit und Gerechtigkeit gegen jeden Menschen zum Gesetz. „Liebe d e i n e n N ä ch st e n w i e d ich s e l b st" i st ein Satz des Alter: Testaments; er bezieht sich nicht nur aus den Volksgenossen. Die Achtung vor jeden: Menschen, gleichgültig welcher: Standes und welcher Herkunft, ist im Judentum religiöse Pflicht. Im Kanrpf gegen die Juden werden aber nicht nur Zitate entstellt und falsch übersetzt, es rverden auch A e u ß e r u n g e n v o n nicht existierenden Personen erfunden, ja, ganze Schriftwerke zum Zrvecke der Verleumdung hergestellt. So rverden Aussprüche zweier Rabbiner, A b r a h n n: und K a r e s k i, verbreitet, die niemals existiert haben. Der haß gegen die Juden in Deutschland wurde viele Jahre lang, besonders zwischen 1920 und 1927, mit Hilfe der berüchtigten „Geheimnisse der Weisen'von Zion" geschürt. Dieses Buch ist eine grobe und bewußte Fälschung. Durch diesen Schwindel sollte bewiesen werden, daß es eine geheime jüdische Weltregierung gibt, die auf den Untergang aller Völker hinarbeitet. Angeblich sollte es -sich um Protokolle von 24 Geheirnsitzungen handeln, abgehalten auf dem (dreitägigen) 1. Zioniftenkongreß in Basel 1897, der von den „vereinigten Zionisten und Freimaurern" (!!) einberufen worden sei.. In Wirklichkeit ist das Buch 1905 in Rußland aus den verschiedensten Quellen Zusammengestoppelt worden, um zur Förderung der russischen Despotie den Haß gegen die Juden zu entslanunen. Die Hauptqüelle dieser Fälschung ist eine Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhundert erschienene und gegen die Weltherr- In den Jahren 1923 bis Februar 1932 wurden 113 Friedhofsschändungen und 41 Synagogenschändungen verübt. Bei den Friedhofsschändungen in Göttingen, Gerolzhofen, Gladbeck, Trebnitz, Schriesheim konnte nachgewiesen werden, dass die- Täter in rechtsradikalen bzw. nationalsozialistischen Kreisen zu suchen sind. Der gleiche Beweis gelang bei den Synagogenschändungen in Berlin, Buchen, Lüneburg, Hannover, Düsseldorf, Essen. mamummmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm