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Central-Verein-Zeitung · 1930-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1930) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1930
Issue
Heft 7-8 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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s» kamera-fchast. von Gutsbefttzer idskar Seih, Lu-wigsau a. Nh. Als Kriegsteilnehmer und Frontkämpfer verfolge ich den nicht gerade edlen Streit über die Leistungen der jüdischen Soldaten und der Juden überhaupt im.Weltkriege. Ich maße mit dabei nicht an, die Angelegenheit vom rein militärischen Standpunkte aus zu erörtern, wohl aber fühle ich mich berufen, nachdem ich die vier Jahve Krieg weder mir Vorein-- genommenheit noch mit verbundenen Augen mitgemacht habe, für die Kriegskameradschaft, unter die ich auch die Juden einbeziehe, das Wort zu ergreifen. Ganz abgesehen davon, daß ich auf dem Standpunkt stehe, daß die Leistungen des deutschen Volkes im Weltkriege nicht nur in der Tapferkeit seiner Soldaten, sondern auch in dem Heldentum der in der Heimat für die Front Tätigen bedingt waren, lehne ich es ab, mich tabellarisch belehren zu lassen, was meine Erfahrungen und sicher auch die aller Unbefangenen als unrichtig erkennen. Im Krieg war es Aufgabe und Pflicht der Heeresleitung, jeden Mann an den Posten zu stellen, den er voll auszufüllen berufen sei. Man hat z. B. keinen ausgebildeten Monteur, der gern an die Front wollte, einem technischen Truppenteil entzogen und gegen einen krregsmüden Infanteristen eingetauscht. Und hat deshalb der Monteur, der z. B. Tag und Nacht das ihm zugeteilte Flugzeug startfähig erhielt, weniger für sein Vaterland getan, nur weit sich Nachweisen läßt, daß die Flugzeugbeiatzungen tabellarisch mehr Verluste oder auch Auszeichnungen aufzuweisen hatten als die Monteure? Wenn man nun in Erkenntnis der außerordentlich schwierigen Lage in der Heimat, die durch den Mangel an Lebensmitteln und Rohmaterialien entstand, tüchtige und erfahrene Kausleute mit der Erfassung bzw. Belieferung beauftragte und hier die Wahl auf Juden fiel, so geschah es wohl deshalb, weil 1. sie durch jahrelange Tätigkeit vor dem Kriege als Kausleute sich einen sicheren Blick erworben hatten, weil 2. wenn sie einen Auftrag übernommen hatten, man sich auf die pünktliche und restlose Erledigung selbst bei den größten Schwierigkeiten verlassen konnte, was anderseits nur Erfolg unermüdlichen Fleißes und Ausdauer war, kurz weil man 3. ohne ihre Tätigkeit an den Operationen an der Front behindert gewesen wäre. Auch die Erfolge unseres Heeres auf dem. Vormarsch in Rußland waren zum großen Teil nur möglich durch die mit der Erfahrung der Lebensmittelbeschafsung beauftragten Juden. Jeder Eisenbahnstationsches, der treu auf seinem Posten alle Schwierigkeiten, die den sicheren Nachschub und die Verpflegung der Front bedrohten, aus dem Weg räumte, wurde ganz mit Recht „ausgezeichnet", gegen den Zivilisten aber sah man schon vor dem Kriege und erst recht während des Krieges ebenso herab, wie es heute gegen den „Nichtbeanüen" Brauch ist. Vor dem Kriege war dem Juden die Offizierslaufbahn verschlossen; wenn er sich trotzdem im Weltkriege bewährte, so beweist das, daß er sich als Deutscher fühlte und die Zurücksetzung in der Zeit, da das deutsche Volk in Not war, vergaß. Demzufolge war es für einen Juden, den man vorher nur als halben Soldaten angesehen hatte, besonders schwierig, allen den Beweis seiner Tapferkeit zu liefern, sofern er sich nicht für eine Idee opferte und stets sämtliche Kastanien aus dem Feuer freiwillig holte. Besonders für den jüdischen Offizier aber war es schwierig, das Mißtrauen seiner Vorgesetzten und Kameraden zu beseitigen und sich das Vertrauen seiner Untergebenen zu erhalten. Wenn er dadurch gelegentlich seine Zuversicht und seinen besten Willen einbüßte, so ist das menschlich und auch von: Ehrenstandpunkt aus sehr verständlich. Der innere Anlaß zu diesen Zeilen ist mir vielleicht das wahre Deutschtum und die treue Kameradschaft, die ich neben hervorragender Tapferkeit bei einem.jüdischen Offizier kennenlernte und der gegen mancherlei Unbill ankümpfen mußte, bis er sich durchgesetzt hatte. Er, der in kameradschaftlicher Weise manchen schwierigen Auftrag als Flieger freiwillig übernahm, hatte trotzdem erst dann das Mißtrauen einiger Fanatiker überwunden, als wir ihm das letzte Geleit zur Ueberführung nach Köln gaben. Ehre dem Andenken des Leutnants Falk.- Was den Vorwurf des Drückebergertüms betrifft, so schüttet man erst recht das Kind mit dem Bade aus. Es ist wohl nicht abzuleugnen, daß wir besonders 1918 eine Armee von etwa 600 000 Leuten in der Heimat hatten, die an der Front dringend benötigt gewesen wären. Diese Drückeberger bestanden aber hauptsächlich aus jungen Burschen, die, nachdem sie mit 14 Jahrenals vollwertige Arbeiter in Fabriken beschäftigt - und entlohnt worden waren und denen die Erziehung gemangelt hatte, kein Gefühl für Pflicht und Unterordnung wehr hatten. ^Unter diesen, die es auf alle mögliche Art und Weise verstanden, sich von der Truppe..fernzuhalten, waren verhältnismäßig wenige Juden; diese aber machten sich durch um so intensivere Arbeit auch — daheim unentbehrlich, so daß, wenn sie an die Front gekommen wären, sich auch aus den Reihen der Drückeberger kein Ersatz für sie gefunden hätte. Die Drückeberger wollten überhaupt sich jedweder Pflicht mtb Arbeit fürs Vaterland entziehen. Mit dein gleichen Recht müßte man daun von Drückebergerei sprechen, wenn man zur Ausbildung beim Ersatztruppenteil aktive Offiziere und Unteroffiziere ließ, deren Vorkriegserziehung und Drill an der Front und dem jungen Menschenmaterial gegenüber nicht mehr ganz aerechtsertigt war, in denen aber so der Exerzierplatz steckte, daß sie an der Front nicht zu brauchen waren. Und das wird doch gewiß keinem einfallen. Warum will man also den Geschäftsgeist und die Tüchtigkeit derjenigen Juden, die in ihrem Berufe im Kriege Großes geleistet haben und die man demzufolge auch stark in Anspruch nahm, mit einem anderen Maße messen als den Berufssoldaten, den Verufsingenieur und den Berufsfachmann? Nicht als Kanonenfutter dürfen unsere Gefallenen tabellarisch als Beweismittel herangezogen werden, sondern es ist zu erwägen, ob der b'uror leutonieug nicht auf denr unbeid-ingten Vertrauen, daß auch die Heimat ihre schwierige Aufgabe ebenso zu lösen gewillt sei als die Front, basiert. Ich kenne Juden, die ihren ganzen Kredit und ihr Vermögen daransetzten und Lebensmittel für unser Vaterland aus dem neutralen Auslande heranschafften, durch den Ausgang des Krieges und die Inflation aber ruiniert waren. Kameraden! Kommen wir so zum Ziele? Deutschland war groß, solange jeder, ohne seine Parteifahne herau'shängen zu müssen, lediglich durch Arbeit und Pflicht vorankommen konnte, solange der Sinn für Familie, Treue und Kameradschaft uns nicht verlören ging. Ein Volk, ein Stamm, eine Familie, die sich selb st die Treue halten, werden nie untergehen, und wenn jeder im Vertrauen auf den andern, ob Iude oder Chrish soseine Pflicht täte, auf dem Posten, den auszufüllen aus Grund seiner Leistungen undnichtdes Parteibuches er in der Lage istes zöge in alle Lager wieder die alte Schaffensfreudigkeit und Kameradschaft ein!; Deutschland käme wieder zu Ansehen und Ehre! Unsaubere Elemente, -die sich die.Verhetzung der Deutschen (auch -die Juden sind Deuts che) zunutze machen,müßten bald ~ verschwinden, und noch wäre unser Vaterland zu retten! Darum Kameraden, in allem Elend nicht vergessen, daß, solange wir einer dem andern vertrauten, wir für uns selbst Kraft erwarben; wir müssen uns ermannen, und zu Ehren Deutschlands auch für unsere jüdischen Kameraden das Panier ergreifen. •' ■ •} 'i*■•!•! /. Ul j >.t .. ■ ' - i. ■. Schluss des Artikels: ,,Völkischer Feldzug gegen die Katholiken und dann, mehr, wie es heute schon geschieht, mit Hilfe von üblichen, völkischen Schlagworten, die katholische Chawrus in Deutschland in einer Weise stark fördern, daß Katholische Wirtschaft die ausschlaggebende in Deutschland werden würde. Mit dem Vorherrschen der jesuitischen Kapitalmacht in Deutschland nach einem Siege Roms über den atheistischen Kommunismus und Bolschewismus wäre Morgan in der Lage, unter Beiseiteschiebung der Goldwährung, ein derartiges Wirtschaftssystem in Deutschland einzurichten, daß die jüdischen Finanzmagnaten das Nachsehen hätten, nämlich: die jesuitische Weltplanwirtschast mit christlichem Kommunismus. Rom allein kann heute einen kommunistischen Umsturz begrüßen, da die Deutschen noch immer nicht die furchtbare Gefahr erkennen, die ihnen von dorther droht, und ihm in die Hand arbeiten. . . . Der Papst hat deshalb den Kreuzzug gegen Rußland besohlen. Und da er mit seinen Hörigen in den Regierungen vieler Länder fitzt, so ist diese Weisung für die Regierungen^ maßgebend. ... Es ist darum nicht verwunderlich, daß schon jetzt die Nachricht austaucht, Regierungen wären in Moskau wegen der Kirchenschließungen vorstellig geworden. . . . Der römische Papst rechnet mit Eintagsfliegen, die schon die letzten-weniaen Jahre vollständig vergessen haben. Aber er tauscht sich darin doch wenigstens etwas. Es gibt noch viele freie Deutsche, die es nicht vergessen haben, daß < der römische Papst nach dem Umsturz in Rußland und während des furchtbaren Blutvergießens - in Rußland bemüht war, mit der heute ,gottes-. lästerlichen* Sowjetmacht Verträge abzuschließen. Diese Verträge sollten dem römischen Papst die Beute aus dem Weltkrieg in Rußland verschaffen, nämlich den Ersatz, der orthodoxen Kirche durch die römisch-katholische. . . / Erst als der römische Papst sehen mußte, daß die Sowjetregierung klug genug ist, sich das Wirken einer fremden Macht im eigenen Staatsgebiet zu verbitten, ... hat Rom erkannt, daß diese Macht plötzlich gotteslästerlich* geworden ist. ... Es ist gut, daß die'., lebenden Deutschen solch politisches Handeln des römischen Papstes erkennen. können. . . . Was durch den Weltkrieg nicht erreicht wurde, was durch Verhandlungen nicht gelang, soll jetzt durch den Kreuzzug gegen Rußland, den Kampf gegenden .Kommunismus* erreicht werden. Nicht nur in Deutschland, auch in Rußland will der Jesuitengeneral, will die römische' Kirche unbeschränkt und diktatorisch, alles ,verblödend*, beherrschen, und zwar auf allen Gebieten, nicht zuletzt auf dem wirtschaftlichen. . . . Der polnische Jesuitengeneral und der italienische Papst, beide die Oberen des Katholischen Volkes* und der römischen Kirche, und die mächtigsten Finanzmagnaten sind in der Tat diejenigen, die allein daran gewinnen könnenwenn es heute durch kommunistische Unruhen zu einem neuen Bürgerkrieg in Deutschland, zu neuem Blutvergießen und zu neuer Verhetzung Deutscher gegen Deutsche kommt, und zwar sind sie so sehr.die Gewinnenden, daß man den Argwohn nicht von der Hand weisen -kann, daß sie es sein könnten/ die Stalin -und die Kommunisten zu Taten schüren. ' ■ Zu diesem Kulturdokument ist ein Kommentar ' Verflüssig. Interessant sind auch hier wieder die besonders scharfen Vorwürfe der wirtschaftlichen Ausbeutung und' der finanziellen Weltmacht gegen den KatAstizismus. Diese'Anklage gehört auch zu den Paradestücken der judenfeindlichen Agitation.!. Dieser kurze Blick in die völkische Literatur zeigt, mit welch wahnwitzigen Mitteln Hegen das Christentum- und besonders gegen dre katholische Kirche gekämpft wird. Mögen.- die Lügen noch so dumm sein und die Fälschungen noch so offensichtlich: wenn sie immer wieder dürch Bücher, Flugschriften,^ Zeitungen, Vorträge und Plakate verkündet werden/ Hann üben sie eine gefährliche Wirkung aus/ Es ist höchste Zeit, daß alle anständigen Menschen, Christen und Juden, sich zusammentun und dieser Verseuchung energisch entgegen-

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