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Central-Verein-Zeitung · 1930-06-01 · Heft 6 (Juni 1930) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1930
Issue
Heft 6 (Juni 1930)
Date
1930-06-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Frei ist der Rhein! / Von Justizrat Bernhard Falk, Köln, Mitglied des Landtags. Wenn am 1. Juli die Sonne aufgeht, so grüßen ihre Strahlen segnend ein befreites Land. Der letzte fremde Soldat verläßt am 30. Juni die rheinische Erde. Von jahrzehntelanger Not erlöst ist das deutsche Volk am Rhein.' Wiedergegeben ist kerndeutscher Boden dem Vaterland. Der Druck der Besatzung ist im Laufe der Jahre milder geworden. Aber bis auf den letzten Tag stand der Rheinländer unter der fürchterlichen Justiz der französischen Kriegsgerichte, unter der Gefahr der Ausweisung, zwischen Spitzeln und Angebern und Werbern für die Fremdenlegion. Freiheit für den Rhein bedeutet Freiheit für das Deutsche Reich, das endlich die Herrschaft im eigenen Lande wiedergewonnen hat, soweit das unter den einschnürenden Bestimmungen des Versailler Vertrages möglich ist, Freiheit für den Rhein bedeutet für Europa und die ganze Erde den Uebergang von Gewalt und Unterdrückung K: Verständigung und zum Frieden. erdings erst den Uebergang zu friedlicher Zusammenarbeit in Wirtschaft und Kultur. Solange die Saarfrage nicht im deutschen Sinne gelöst ist, bleibt die Gemeinschaftlichkeit der Arbeit zwischen dem deutschen Volke und den Ententemächten ein Problem. Das Gespenst der Arbeitslosigkeit droht in England nicht weniger als in Deutschland. Wirtschastsnot zeigt sich in allen Siegerstaaten, wie bei uns. Die internationale Atmosphäre muß völlig ungetrübt sein, ehe die Völker mit vereinten Kräften mit Erfolg versuchen können, Hand an den Wiederaufbau Europas zu legen. Wir dürfen hoffen,, daß die Stimme der Vernunft auch die letzten Schreie des Hasses und der Kriegspsychose bald übertönen wird. Deutschland verlangt sein Recht und muß es finden, wenn die Welt zu einem wirUichen Frieden kommen soll. So gesehen, gewinnt der Abzug der Besatzung Bedeutung weit über die Tatsache selbst hinaus. Ganz Deutschland nimmt frohen und dankbaren Anteil an der Befreiung der Rheinlande. In diesem Kreise will die „C. V.-Zeitung" nicht die letzte sein. Nicht, als ob hier irgendeine besondere jüdische Note Mitschwingen könnte. Es handelt sich um die entscheidende deutsche Schicksalsfrage. Da hat alles zurückzutreten, was trennen und hemmen könnte. Heute erfüllt uns über Stände und Berufe, über Parteien und Bekenntnisse, über die Gegensätze in Weltanschauung und Staatsauffassung hinweg nur der eine große Gedanke: Wie dienen wir dem deutschen Volke?! In den Tagen der Not haben sich im besetzten Gebiet die Parteien enq zusammengeschlossen. Von rechts bis links stand eine ungebrochene Front. Ohne diese mnere Geschlossenheit der rheinischen Bevölkerung wäre die. Abwehr kaum möglich gewesen. Wie im Schützengraben, so fragte auch damals niemand nach der politischen und religiösen Einstellung des anderen. Die Mitarbeit aller war willkommen und nötig. Sollte sich das flammende Feuer der vaterländischen Begeisterung, das damals das ganze Rheinland durchlohte, nicht auch heute zu neuer Glut entfachen können? Der unbeugsame Wille, der Rheinlands Frauen und Männer den Kampf um Heimat und Volkstum siegreich bestehen ließ, könnte er nicht für Gegenwart und Zukunft Gemeingut deutscher Nation werden? In Dankbarkeit und Wehmut gedenken wir heute der beiden Männer, die das Beste für die Befreiung des Rheinlandes getan haben, die aber ein tragisches Geschick hinweggerissen hat, ehe ihre Saat ausging. Walther Rathenau und Gustav Stresemann werden sortleben als die Pioniere des Gedankens der Völkerverständigung, der sich durchsetzen mußte, sollten die Bajonette der Fremden am Rhein verschwinden. Wie Mose haben sie nur vom hohen Berge hernieder einen Blick in das Land der Verheißung tun dürfen. Beide sind als Opfer auf dem Wege in dies Land gefallen. Ihr Werk aber ist unvergänglich. Die rückhaltlose bewundernde Anerkennung, die ihnen heute noch Verblendung und Kurzsichtigkeit parteipolitischer Gegner versagt, die Zukunft wird sie ihnen in reicher Fülle schenken. Heil dem Volke, dem solche Kämpfer dienen! (Schluss des Leitartikels.) Behauptung, Joseph habe wegen Ehebruchs int Gefängnis gelegen, wiederum der echte Vertreter jüdischer Unsittlichkeit. Ich kann mir weitere Blütenlesen ersparen. Hier mutz doch wohl der Christ klar erkennen, welch eine Stellung er einzunehmen hat. Auf die hohen überzeitlichen Werte des Alten Testaments einzugehen, etwa die Sozialbotschaft der Propheten oder die Frömmigkeit der Psalmen, die Luther allein eine kleine Bibel genannt hat, würde zu weit führen und erübrigt sich. Daß der Ansturm von der Judenreligion über die Bibel seine Richtung gegen die Kirche selbst, nehmen muß, lehren ebenfalls die Tatsachen. Man kann ja wohl einwenden, daß die Absicht Artur Dinters, eine neue, eigene Kirche zu gründen, nicht im offiziellen Programm der Hitler-Leute stehe, ja, daß ihre Forderung nicht direkt aus ihrem Lager komme. Aber, daß Dinters Gegenkirche, die „G e r st ch r i st t iche Religionsgemeinschaft", ein Geschöpf dieses Judenhasses ist, wird man nicht leugnen können. Eine radikalste Konsequenz sieht ja die Lösung in einer W o t a n s r e l i g i o n, die das Christentum ganz ausschaltet. Nicht Demut, Buße und Gnade, nein, Tapferkeit und Selbstbehauptung sollen Leitgedanken sein. Eine gemilderte Richtung will das Alte Testament ausschalten, also ekn „entju-detes Christentum". Eine deutsche Nationalkirche bedeutete ein Zurückgehen über fast zwei Jahrtausende der Gottesofsenbarung. Gerade durch den ehemaligen Juden Paulus ist die Bindung der Christenreligion an nur eine Nation zerschnitten worden. Ch r i sten tum i st üb e r v ö tlisch. Die Mission weiß heute, daß sie nicht einmal deutsch geprägtes Christentum bringen darf, sondern die Religion jeweils mit eigenem Volkstum sich durchdringen lassen muß. Vielleicht ist der Traum vom deutschen Wesen, an dem noch einmal die Welt genesen soll, noch nicht genug als Ausfluß unchristlichen Hochmutes abgelehnt. Doch ich bin noch nicht am Ende. In das Allerheiligste unseres Christenglaubens greift der Judenhaß. Der Gott des Alten Testamentes, somit der der Bibel, wird als Stammesgötze gekennzeichnet. Der Teufel werde hier als Gott verehrt. Unser Heitandsgebot: „Liebet eure Feinde" ist die teuflische Lehre des Judentums! Noch nicht genug: Die christliche Glaubensbotschaft von der Erlösung ist — die Ursache des Niederganges im deutschen Volk! * An diejenigen unter Ihnen, welche sich in einem inneren Einverständnis mit meinen Ausführungen befinden, darf ich nun zum Schlüsse eine recht ernste Bitte richten: Verharren Sie nicht nur in persönlicher Ablehnung und in unwilligem Sichabkehren vom Judenhaß. Möchten Sie sich gewissensgebunden fühlen, soweit Sie nur in der Lage sind, Aufklärung und Warnung in Ihrem jeweiligen Lebenskreise zu verbreiten. Der protestantische Gelehrte Neinhold Seeberg hat wohl gesagt, die törichte und unges ch i ch t l i ch e Beweisführung der Antisemiten sei geradezu ein Dienst für das Judentum, denn jedem ernsthaften Menschen müsse ihr Gemisch st u tz i g machen. Aber er übersieht, in wie hohem Maße! unsere Volksgenossen die innere Freiheit gegen Massenbeeinflussung verloren haben. Unser I Volk ist verorganisiert. Wir benötigen eine Besinnung auf die unersetzbaren Kräfte der Einzelpersönlichkeit. So darf ich die Pfarrer der Kirchen, die in Volkshochschulen und in Schulheimen Arbeitenoen, die Männer der Politik und der Presse, die Lehrer der Berufsschulen und Volksschulen,Wdie Väter und Mütter Heranwachsender Jugend ausrufen: Vergessen Sie diese Ausgabe nicht! Lehren Sie s i ch e r e n B l i ck und sichere Haltung aus einer Grundkrast heraus, wie in allen Lebensfragen, so auch hier gewinnen, in den: verworrenen und dezentralisierten Jdeenspiel der Gegenwart. So lassen sich lichtvolle Klärung skr äste aus unserer Besinnung auf die eigentlichen Güter und Werte verbreiten. In solchem Tun wissen wir uns ja letztlich als Berufene unseres Meisters Jesus Christus! Jena protestiert gegen Günther. Das Wolffsche Telegraphenbüro meldet aus Weimar: Wie der Rektor der Universität Jena mitteilt, haben Rektor «nd Senat der thüringischen Landesnniversttät gegen die Bernfnng des Schriftstellers «nd Rasseforschers Dr. Hans Günther zum ordentlichen Professor der mathematisch- «atnrwtffenschaftliche» Fakultät durch das Bolksbildnngsministerinm einstimmig Protest eingelegt, da das in der Universttälssatznng verbriefte alte Recht der Universität, bet der Bernfnng ans die Lehrstühle dnrch ihre Vorschläge sachkundig mitzuwirken, im vorliegenden Falle durchbrochen worden ist. Dieser Protest der Jenaer Hochschullehrer wird hoffentlich von dem Verband der deutschen Hochschullehrer unterstützt werden. Sie alle haben es nötig, sich gegen das „System Frick" zu wenden. Das zeigt dev Beifall, den die Ernennung Günthers in der völkischen Presse gefunden hat. Als Beispiel sei Nur der „Völkische Beobachter" zitiert, der in seiner Nr. 117 in einem Aufsatz „Deutschland erwache" schrieb: „. . . Mit der Ernennung Dr. Günthers in Jena hat der Nationalsozialismus bewiesen, daß er ernst macht, wo er sich Machtstellen erobert. Nach und nach müssen alle deutschen Hochschulen von verfaulender ltberalistisch - freimanrerisch - jüdischer Klttngelwtrtschaft gesäubert werden.. .*

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