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Central-Verein-Zeitung · 1929-10-01 · Heft 10 (Oktober 1929) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1929
Issue
Heft 10 (Oktober 1929)
Date
1929-10-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Leben, wie c§ Strcsemann flefühtt hat. kommt txrr Tod immer krüßer. Die Kopsbildiina Stresemanns ist der Schlüssel zu seinem Handeln. Das Mongvlengcsicht hat die Verschlagenheit ossen kundgetan. Er Ivird jetzt alb grober Europäer bezeichnet, aber da8 ist gleichbedenteird mit Verräter und Werkzeug der Juden. Der Jude ist seit urdenklichen Zeiten geborener Verbrecher. Mer in der Judenrepublik den NachlveiS erbringt, dab er ein Gauner ist, der kann Atinister werden, vielleicht später, meine einmal der Präsidenkenstlchl frei ist, auch Reichspräsident. Erzberger und Rathenau sind nicht ermordet, sondern getötet worden. Die Täter sind keine Mörder, sondern ganze Kerle." Tor „Illustrierte Beobachter" vom 12. Oktober schliesslich verössentlicht aus seiner letzten Seite, die „Das Ende. . überschrieben ist, vier Bilder zu Stresemamis Tode. Eine Ausnahme zeigt das französische Außenministerium in Paris mit schwarzer Fahne aus Halbmast. Die Nnlcrschrist dieses Bildes heißt: „Ein sehr bedenkliches Zeichen!! Am Ouai d'Orsay (sranzösisches Außenministerium) wurde, ebenso wie aus den Gebäuden der sranzvlischen BesatzungSarmee im Rheinlarrd. die Trikolore aus Halbmast gesetzt. Sollte Frankreich einen guten Freund verloren haben?" Das grösste Bild zeigt den toten Außenminister in dein blumeiigeschmückten Sarg. Es trägt die HnferfcTyrift: „Aus bern Totenbett. Doktor Gustav Stresemann, dessen Rainen die Verträge zur restlosen moralischen Entwassnimg dcs deutschen Volkes und des Verzichtes ans eine Wirdergnimachung des uns im Versailler Diktat angetanen Unrechts tragen, starb, rund 60 Jahre alt. Fast ebenso lang soll nach seinem letzten Werk, dein?)oimg-Plan, das deutsche Volk der Börse fronen." Zum Schluß sei noch) die „Deutsche Wochenschau" genannt, die in ihrer Nummer vom 12. Oktober einen „Stresemanns Vermächtnis" überschricbenen Leitartikel mit den Worten einlcitet: „Stresemann ist nicht mehr, er hatte das Glück, eines nalürlichtn Todes zu sterben." Nachdem der Verfasser dann feststellt, daß man über einen Toten nichts Schlechtes reden oder gar schreiben dürste, beginnt er mit der Kritik an dem toten Staatsminister: „Mer war denn dieser Tote, der da mit üppigerem Pomp bcigeseht wurde als Wilhelm I. und Bismarck?" Ans der langen Liste der Vorwürfe, die er dann erhebt, seien nur folgende Stellen wiedergegeben: „Es merkt dabei nicht und will es nicht setze», daß Stresemann in seiner ganzen Politik nichts weiter war als Werkzeug und Beanstragter überstaatlicher Mächte. Es Ist bekannt, daß er, bevor er Reichskanzler wurde, erst Freimaurer werden mutzte und kurz vorher in die Loge Friedrich der Große' eintrat, wo er in anssnllend kurzer Zeit höhere Grade erstieg. . . . Wir wissen senier, daß sein Gegner, Minister Briand, ebenfalls Freimaurer ist. Was beide wiederholt auf jenen berühmten Frühstücken ohne Zeugen verhandelten und beschlossen, weih niemand und darf niemand wissen, da cs FreimaurergehrininiS ist. Daß es stets zuiii llnglürk Deutschlands auSschlug, kann wohl nich! gilt bestritten werde», . . . . . . Regieren heißt sühren, Führer sein, heißt Eharakter haben, . , , lind Charalkere gibt es in Deutschland unter den sogenannten Führern von heute überhanpt nicht. Auch dieses Vermächtnis wirkte mihcilvoN aus das ganze Volk in alle» Schichlen, denn das einst Willensstärke verlor dank der Erziehung durch Strcsemann den Eharakter. Stresemann war überhaupt leine starke Persönlichkeit, Wohl aber besaß er von sttatnr ans eine geivtsse idealistische Veranlagung, Sein Unglück war, daß er i» jüdische Unigebimg geriet. . . . In einem Deutschland, das jüdische Provinz ist, verfiel er der Getstesrichtnng der jüdischen Machthaber. Dev jüdische Einst,iß löschte seine Eigenpersuiilichkei! noch vollends ans. Sv wurde er znm gedanken- und wiüeiilvse» Bollslrecker der jüdischen Pläne, ohne sich selbst dessen bewußt zu sein, da er ja weiter nichts mehr als Medium jüdischer Saggestionen ivnr, wie Eduard VIk. von England oder auch Wilson n. n., in deren Zügen wir überall den gleichen niaslenhasten Ausdruck sinden, das stereotype Lächeln des Spsers jüdischer Suggestion. So Itnu Stresemann schon längst seines Eigenlebens beraubt und tot. noch ehe er starb. Wenn der Jude de» Arbeiter mn seinen Lohn betrügt, den Unternehmer um sei» Werk, die Fürsten ui» ihre Krone, das Bürgertum um seine Sparpsemiige, den Bauer um seine Scholle und den Priester um seine Religion, wie »ms «de »ttt Freiheit und Ehre — Slreseniann berandte er noch um das Letzte: »in sein Selbst. Auch diese Rechnung wird uuä bei Jude begleichen. Stresemann ist tot. Seine Ersülkimgspvlitik, seine Jllusionstnklik, seine Kompromißsucht, sein Atangel an Eharakter, all das hat er dein deutschen Volke als Vermächtnis Hinterlasten." So respektiere» die, die sich die „Retter Deutschlands" nennen, den Tod eines Mannes, vor dem sich die ganze Welt beugt. Nle RationMzialisteil regieren Coburg UnS was sie leisteten Am 17. November sinden in Preußen die Stndtverordnetcnwahlen sowie die Wahlen zu Provinziallandtagen nnd Kreistagen statt. Ter Rücktritt der thüringischen Regierung wird eine baldige Neuwahl dcs thüringischen Landtages erforderlich machen. und am 8. Dezember sinden in Bayern die Komnumalwahlen statt. Wir haben schon häufig aus die Verantwortungslosigkeit hingewiesen, mit der die Nationalsozialisten, wo sic einmal zur Macht gelangt sind, ihre Aemter verwalken. Das beste Schulbeispiel dafür bildet der Kobnrger Stndtrnt, in dem die Nationalsozialisten die Mehrheit haben. Wohin in der kurzen Zeit dcs Bestehens dieses Stadtrates die Politik der Nationalsozialisten die Stadtvcrivalinng Koburg geführt hat, zeigen an, besten die Veröffentlichungen der deutschnationalen Presse über die „Katastrophenpolitil" der Nationalsozialisten. „Ter Kompass", die Kobnrger Landeszeitung für vaterländische und deutsehnationale Belange, verössentlicht einen Aussatz „Die Nationalsozialisten und ihre Versprechungen", in dem sie die Komniunalarbeit der Nationalsozialisten in Coburg schildert. In einem zweiten Aussatz „Die Kntastrophenpolitik der Nationalsozialisten" setzt ..Der Kompaß" seine Kritik an der »ationalsozialistischen Arbeit fort. Zur Lehre für alle, die demnächst ihre Stimme zu den Komnninalivahlcn nbzugeben haben, geben wir nachstehend Auszüge aus diesen Aufsätzen wieder. Jede Hinzufügung würde mir eine Abschtvächung bedeuten: In dem Aussatz der deutschnationalen Zeitung „Die Nationalsozialisten und ihre Bersprechen" heißt es: „Die Nationalsozialisten behaupten mit der ihnen eigentümlichen Kühnheit, keine Wahlversprechmigen geinacht zu haben. Das Gegenteil müßte ihnen erst nachgewiesen werden. Der Nachweis dafür sei hier gebracht: Wenige Tage vor der letzten Stadlratswahl haben die Nationalsozialisten einen Wahlausrus in Massen zur Verteilung gebracht, in dem eine Menge Thesen ausgestellt waren, die den Wählern und Wählerinnen Koburgs kundtun sollten: „Was ivcrden wir Nationalsozialisten für Euch tun?" Schon durch dieses Vorwort erhalten die nachfolgenden Sätze den Charakter von Versprechungen. Es wäre deshalb lächerlich, wenn diese 24 Thesen heute nicht alS Versprechungen anerkannt würden ... Dadurch, daß sich die Nationalsozialisten so voll Anmaßung und Aufgeblasenheit als die einzigen Vcrseützer von Idealen answersen, wollen sic die anderen Parteien ausnahmslos nnd ganz bewußt herabsetzen. Wie menschlich es aber auch bei ihnen selbst zugeht, haben st« ja schon in den ersteiz Tagen und Wochen nach der Wahl bewiesen. Obtvohk sich die nationalsozialistischen Slndlräte feierlich verpflichteten, leine wirtschaftlichen Vorteile seitens der Stadt anznnchmen. hat Stndtrat Schwede sich in daS Beamten- Verhältnis überführen lasten, hat Stndlrnt Fabcr die Führung eines Prozcstes für die Stadt nach der Wahl angenommen, hat Stadtrat Bernhard trotz vertraulicher Kenntnis der Absicht der Stadt, ein Grundstück zu erwerben (er ivnr an der Beschlußfassung selbst beteiligt), dieses Grundstück, nachdem der Aerkänser de» Preis der Stadt gegenüber herabgesetzt hatte, für sich selbst gekauft, hat Stadtrat Streng eine» Lieserungsvcrtrag von der Stadt angenommen. Alan »mg über diese Vorkommnisse im einzelnen verschiede» urteile». Zm» Teil sind sie jedenfalls sehr bedenklich. Berücksichtigt man aber die Versprechungen dieser Partcivertreter, dann erscheinen sie in einem sehr fatalen Licht. Man sieht eben auch hier wieder, daß auch die Nationalsozialisten ganz biedere, egoistische Menschenkinder sind. Wenn sie schon bei der ersten Versuchung Umfallen, dann kann man ihre Versprechungen und feierlichen Derficherungen wahrlich nicht mehr ernst nehmen. Wa8 ist von den Nationalsozialisten zu erwarten? Die Nationalsozialisten stellen es bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund, daß einzig und allein sie befähigt und in der Lage sind, uns aus de» Nöten der heutigen Zeit zu erretten. Dabei stützen sie sich lediglich auf Programmpunkte, die sie den nationalen Parteien entliehen und in neue Schkagwörker umgeprägt haben. Allerdings haben sie noch einige neue Schlager in ihr Programm ausgenommen, die ans alle nnklaren, impulsiven und sich bedrängt suhlenden Gemüter Eindruck machen können. Ihre Bcrwirklichilng sollen diese Schlager sinden in dem Nebelnnd Phantasie-Land: dem dritten Reich. Letzten Endes kommt das Spezial- Programm der Nativnalsozialiftm ans nichts anderes hinaus als aus eine jedem Gerechtigkeitssinn hohnfprechende Iudenhetze und die dem Wahnsinn entsprungene Idee der Abschassung der Zinsknechtschaft und eine Sozialisierung größten ttnifangs. Alle» denjenigen, die sich nicht von den glänzenden, von hohem Pathos getragenen nnd allein an Gefühle der Sehnsucht nach „etwas" Besserem richtenden Reden der Nationalsozialisten verleiten lassen und einmal ruhig und ernsthaft überlegen, was diese Leute erreichen nnd von ihren Versprechungen erfüllen können, tvird es klar sein, daß sie da nicht nnttun können. . . . Wem sein Vaterland lieb ist. der hält sich von solchen Ideologen und Schwärmern zurück. Solange die Nationalsozialisten in einer unbedeutenden Minderheit sind, können sie mit ihrem ermunternde Trommel» und Pfeifen wohl auch Gutes wecken. Kämen sie aber zur Macht, dann

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